Lonely Planet veröffentlicht Reiseführer, mobile Apps und Websites für Weltenbummler. Das Unternehmen produziert und entwickelt außerdem Reise- und Dokumentationssendungen für das Fernsehen. Das Privatunternehmen Lonely Planet mit Sitz in Melbourne, Australien, wurde in 1973 gegründet und betreibt Büros in China, England, Indien und in den USA. Das Unternehmen beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter in Vollzeit sowie 200 Autoren, Redakteure und Journalisten.

Das Internet sowie die explosionsartige Zunahme der Anzahl von Smartphones und Tablets hat die Kommunikation mit und zwischen Reisenden grundlegend verändert. Um dieser neuen Realität gerecht zu werden, entschied sich Lonely Planet, seine Inhalte neu aufzubereiten und den Schritt vom Printmedium ins Internet und auf mobile Anwendungen zu wagen.

Das Entwicklungsteam in Melbourne erstellte eine gemeinsam nutzbare Plattform, die die Erstellung von Text, Bildern, Audio- und Videoformaten und die anschließende Konvertierung in digitale Formate vereinfachen sollte. Dabei nutzte Lonely Planet 600 virtualisierte Server, die in der Hauptniederlassung auf geleaster Infrastruktur betrieben wurden, für Entwicklung, Tests, Staging und Launch neuer Anwendungen. Produktions-Websites wurde über ein Leasing-Arrangement über ein Rechenzentrum in Port Melbourne betrieben.

Lonely Planet hatte auf eine agile Entwicklungs- und DevOps-Strategie umgestellt, die eine größere Flexibilität im Umgang mit Produkten und Services bewirken, Silowissen aufbrechen und eine schnellere Time-to-Market ermöglichen sollte. Allerdings war die gewählte Infrastruktur nicht in der Lage, diese Strategien effizient zu unterstützen. "Unsere Entwickler konnten gerade einmal vier Software-Builds am Tag fertigstellen. Die Fertigstellung eines einzigen Builds dauerte eineinhalb Stunden", berichtet Darragh Kennedy, Online Platform Manager bei Lonely Planet. "Unser Ziel war es, die Anzahl an Builds, die wir pro Tag ausführen konnten, drastisch zu steigern und die Zeit für die Fertigstellung der einzelnen Builds entsprechend zu reduzieren."

Die Lonely Planet-Website, lonelyplanet.com, wurde von London aus betrieben. Als sich das Londoner Büro entschied, lonelyplanet.com aus der gemeinsamen Infrastruktur in Melbourne herauszunehmen und auf Amazon Web Services (AWS) zu verlagern, nahm das Unternehmen diesen Schritt zum Anlass, die Gesamtkonzeption seiner Anwendungsarchitektur zu überprüfen.

"Zufällig fiel diese Entscheidung mit dem Auslaufen unserer Leasing-Vereinbarung mit dem Rechenzentrum in Port Melbourne zusammen. Gleichzeitig hatten die Geräte in unserem Hauptsitz das Ende ihrer Lebensdauer erreicht", so Kennedy. "Es stand also eine Entscheidung an: Wollten wir unsere Hardware erneuern und unsere Netzwerkverträge verlängern – oder nicht?"

Nach der Evaluierung diverser Optionen, einschließlich einiger AWS-basierter Platform-as-a-Service-Lösungen, fiel die Entscheidung auf AWS, nachdem eine Machbarkeitsnachweis gezeigt hatte, in welchem Ausmaß die Anwendungen von Lonely Planet von der Flexibilität der AWS Cloud profitieren würden. "AWS war eindeutig die bessere Lösung für unsere Anforderungen", ist Kennedys Meinung. "Wir sind überzeugt, dass die APIs von AWS sehr viel weiter ausgereift sind als die anderer Anbieter."

Lonely Planet verlagerte seine Entwicklungs-, Produktions- und Testumgebungen schrittweise auf AWS. Am Anfang stand eine organisatorische Umverteilung der Aufgaben. Ab sofort sollten ein Entwickler und ein System Engineer eigens für die Neukonzeption der Anwendungsarchitektur zuständig sein. Mithilfe der Java-basierten Open-Source-Lösung Jenkins, die eine ununterbrochene Integration sicherstellen sollte, und eigens zu diesem Zwecke programmierten Agenten konnte die IT-Abteilung bis zu 70 Instances automatisch auf AWS übertragen, ohne dabei die lokale Build-Umgebung negativ zu beeinflussen. Gegen Ende 2012 wurde die Asien/Pazific-Region (Sydney) hinzugefügt, und Lonely Planet verlagerte den Betrieb in das neue Rechenzentrum.

"Durch die Umstellung auf das Rechenzentrum in Sydney konnten wir die Latenzzeit von 250 auf 15 Millisekunden reduzieren und guten Gewissens unsere lokale Build-Umgebung abschalten," so Kennedy.

Lonely Planet baute mehrere virtuelle private Netze aus, die seine lokalen Rechenzentren mit der Ostküste der USA (Northern Virginia), der EU (Irland) und dem Asien/Pazifik-Raum (Sydney) verbanden. Nach einer Testphase führte das Unternehmen Entwicklungs- und Testkopien seiner Veröffentlichungsplattform in der AWS Cloud aus. Als die erforderlichen Leistungsniveaus erreicht waren, fuhr Lonely Planet seine lokalen Server herunter und migrierte den gesamten Workload auf AWS.

Für die Migration der Produktionsumgebung kam ein ähnlicher Prozess zum Einsatz. "Wir haben die Umgebung auf Herz und Nieren getestet und mehrere Probeläufe durchgeführt," betont Kennedy. "So konnten wir eine risikolose Migration auf AWS im laufenden Geschäftsbetrieb gewährleisten."

Im Mai 2013, sieben Monate nach Projektstart, war die Umstellung der Produktionsumgebung von Lonely Planet erfolgreich abgeschlossen.

Die Veröffentlichungsplattform, basierend auf Phusion Passenger und betrieben auf Apache-Webservern, besteht aus mehreren Anwendungen, die mit dem Ruby on Rails-Framework erstellt wurden. Die Umgebung beinhaltet eine relationale Postgres-Datenbank mit hoher Verfügbarkeit, die sich über zwei Availability Zones erstreckt und ein PostGIS-Plug-in zur Unterstützung geografischer Objekte nutzt.

Lonely Planets Umgebung umfasst 40 bis 80 Anwendungsserver auf mittleren und großen über Elastic Load Balancing optimierten Instances von Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2). Diese werden in Auto Scaling-Gruppen über mehrere Availability Zones hinweg innerhalb einer Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC) zusammengefasst. Mit Amazon Route 53 wird Datenverkehr an relevante IP-Adressen weitergeleitet. Abbildung 1 zeigt die Lonely Planet-Plattform auf AWS.

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Abbildung 1. Lonely Planet-Veröffentlichungsplattform auf AWS

Die indische Website des Unternehmens, www.lonelyplanet.in – verfasst in PHP und betrieben über einen NGINX-Proxy-Server – wurde ebenfalls auf AWS migriert. Dabei nutzt Lonely Planet Amazon Relational Database Service (Amazon RDS) für Betrieb und Skalierung einer MySQL-Datenbank für die indische Website. Web-Content wird den Benutzern mittels Amazon CloudFront bereitgestellt.

"Wir konnten durch Nutzung der AWS Edge Locations in Chennai und Mumbai die durchschnittlichen Seitenladezeiten für Indien um 50 Prozent reduzieren und so ein stark optimiertes Anwendererlebnis schaffen", so Kennedy.

Durch die Migration auf AWS konnte Lonely Planet die Kosten für die Errichtung eines neuen Rechenzentrums einsparen und seine flexiblen Bereitstellungspraktiken unternehmensweit umsetzen.

"Wir konnten die Kosten für den Betrieb der gemeinsamen Veröffentlichungsplattform um 30 Prozent reduzieren und hatten so Budget für andere Geschäftsbereiche übrig", erklärt Kennedy. "Die Kostentransparenz ist großartig. Wir verfügen über völlig neue Möglichkeiten und können viele Dinge ganz anders angehen als bisher."

Die DevOps-Strategie Lonely Planets konnte unternehmensweit umgesetzt werden, und die Developer konnten bereits einige wertvolle Entwicklungs- und Infrastrukturmanagementaufgaben erledigen. Dies hatte eine Konsolidierung des Budgets und verbesserte Flexibilität und Durchsätze zur Folge. "Unsere Infrastruktur entsteht als Code", so Kennedy. "Das heißt, dass wir Code in einzelnen Bausteinen erstellen können, die wir in einem Repository speichern und dann in mehreren Umgebungen nutzen können."

Mit AWS gelang es Lonely Planet, einen automatisierten, reproduzierbaren Build-Prozess aufzubauen, der Entwicklern die Erstellung einer End-to-End-Umgebung innerhalb weniger Minuten ermöglicht. "Wir können unseren Entwicklern in 15 bis 20 Minuten eine Umgebung bereitstellen. Jeder Entwickler kann pro Tag bis zu 30 Builds fertigstellen. Dieser Wert liegt etwa zehn Mal höher als in der alten Umgebung und stellt eine bedeutende Produktivitätsverbesserung dar", berichtet Kennedy. “

Dieser Prozess hat es Lonely Planet ermöglicht, mobile Apps sowie für Smartphones und Tablets optimierte Websites auf den Markt zu bringen. Dank seiner neu erworbenen Skalierungsfähigkeit kann das Unternehmen flexibel auf Schwankungen im Datenverkehr reagieren. "Der optimale Ort für unseren Mobile Stack ist die Ostküstenregion der USA, wo sich auch die meisten unserer Kunden befinden", führt Kennedy aus. "Unsere Anwendungen wurden über 12 Millionen Mal heruntergeladen. Während aktiver Marketingkampagnen war die Nachfrage natürlich besonders hoch. Wir können solche Spitzenlasten dank der Elastizität der AWS Cloud überaus effektiv bewältigen. Die Redundanz der Plattform hilft uns, die Verfügbarkeit kritischer Anwendungen sicherzustellen – seit der Umstellung auf AWS haben wir keine Ausfallzeiten mehr zu verzeichnen."

Lonely Planets Erfahrung mit AWS war so positiv, dass das Unternehmen jetzt auch erwägt, AWS-Lösungen für Notfallwiederherstellung, Speicherung und andere Unternehmensanwendungen einzusetzen.

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