Mit mehr als 160 Mitarbeitern entwickelt und vertreibt das Softwareunternehmen plentymarkets das gleichnamige E-Commerce ERP-System, das Warenwirtschaft mit Shopsystem und Omnichannel-Vertrieb verbindet. Umfangreiche Funktionalität und Schnittstellen der online-basierten Lösung unterstützen voll automatisiert den kompletten Workflow im Online-Handel. Anbindungen an Marktplätze, Payment-, Logistik-, Webshop-, Recht- und Affiliate-Marketing-Anbieter ermöglichen die Steuerung sämtlicher Verkaufskanäle auf einer Plattform.

plentymarkets wächst kontinuierlich. Jan Griesel, Gründer und CEO berichtet: „Was 2001 als Auftragsarbeit für einige Unternehmen begann, ist heute eine Standardlösung, die bei über 5000 Kunden im Einsatz ist und mehr als 6000 Onlineshops unterstützt. Insgesamt wurden bereits mehr als 180 Millionen Bestellungen über plentymarkets abgewickelt.“ Zu den Kunden von plentymarkets gehören bekannte Marken wie ASUS, Stabilo und Seeberger.

Um die Transaktionen seiner Kunden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr unterstützen zu können, benötigt plentymarkets vor allem eine stabile, zuverlässige, leistungsfähige und sichere Infrastruktur. Diese Anforderung im eigenen Rechenzentrum zu erfüllen, wurde mit zunehmendem Wachstum immer schwieriger. Griesel erklärt: „Unsere Kunden wachsen stetig, aber in unterschiedlichem Tempo. Außerdem sind viele Sortimente saisonal unterschiedlich stark gefragt. Daher müssen wir schnell auf stark schwankende Zugriffszahlen reagieren können. Denn die Besucher in den Onlineshops unserer Kunden erwarten jederzeit ein positives Kundenerlebnis, egal wie hoch der Traffic gerade ist.“

Voraussagen, wie sich die Zugriffszahlen entwickeln, sind für plentymarkets sehr schwer zu treffen. Schaltet ein Kunde beispielsweise einen TV-Spot, jagen die Zugriffszahlen häufig steil nach oben. Ähnlich sieht es bei Events in den Sozialen Medien aus. „Dann benötigen wir kurzfristig das Vier- bis Sechsfache der normalen Kapazität. Und häufig normalisiert sich der Bedarf innerhalb weniger Stunden.“ Mit einer starren Infrastruktur, bei der zusätzliche Server Wochen vorher bestellt werden müssen, lässt sich dieses agile Geschäft nicht angemessen unterstützen. Die Alternative, einen hohen Kapazitätsüberschuss aufzubauen, der permanent Unterhaltskosten verursacht, auch wenn er nicht genutzt wird, kam aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage. „Wir brauchen eine Lösung, die es uns erlaubt, auf Traffic-Schwankungen schnell mit automatisierter Bereitstellung von Ressourcen zu reagieren“, sagt Griesel. Dabei ist die Automatisierung der Abläufe auch unter dem Aspekt von Sicherheit und Verfügbarkeit wichtig, denn sie vermeidet Fehler, die ansonsten zu Sicherheitslücken oder Systemausfällen führen könnten.

Flexibilität und Effizienz sind das A und O – im E-Commerce ebenso wie bei der Bereitstellung von ERP-Software als Service. Für plentymarkets heißt das: „Unsere Infrastruktur muss hoch verfügbar und skalierbar sein. Deshalb bieten wir unseren Kunden plentymarkets seit zwei Jahren als Service auf der Cloud-Plattform von AWS“, erklärt Sergej Melnik, Product Owner Cloud, der mit seinem Team für die Bereitstellung von plentymarkets als Service sorgt.

Ein wichtiges Argument für den Umstieg auf AWS war das Thema Sicherheit: „Der Schutz gegen Angriffe wie zum Beispiel DDOS-Attacken ist eine zentrale Voraussetzung, um die permanente Verfügbarkeit unserer Plattform sicherzustellen. Und da hat AWS einiges mehr zu bieten als ein traditionelles Rechenzentrum“, sagt Melnik. Als weiteren wichtigen Aspekt bei der Auswahl von AWS als Cloud-Provider nennt er den Datenschutz. Um die geltenden Rechtsvorschriften zu erfüllen, kam nur ein Anbieter Frage, der über einen Standort in Deutschland verfügt. „Gleichzeitig wollten wir die Möglichkeit haben, ein länderübergreifendes Failover-Konzept zwischen zwei Ländern abzubilden. AWS bietet diese Möglichkeit mit den Standorten in Frankfurt und Dublin“, erklärt Cloud-Spezialist Melnik.

Zwar prüfte plentymarkets auch das Angebot von IBM Softlayer, doch die Entscheidung für AWS fiel am Ende leicht. „Wir haben einfach sehr schnell erkannt, dass AWS nicht nur unsere technischen Anforderungen erfüllt, sondern dem Cloud-Team mit einer ganzen Reihe von Services die Arbeit erleichtert“, berichtet CEO Griesel. Dazu gehört die ausführliche, leicht verständliche Dokumentation der Dienste ebenso wie die weitgehende Automatisierung von Abläufen und ein kompetenter Support mit kurzen Reaktionszeiten, wenn es doch einmal Unklarheiten gibt. Außerdem ging es aufgrund des starken Wachstums von plentymarkets darum, die neue Infrastruktur möglichst schnell in Betrieb zu nehmen. „Und da war AWS einfach erste Wahl“, betont Griesel.

Heute nutzt plentymarkets fast 500 Amazon EC2 Serverinstanzen, davon mehr als 300 in Frankfurt, die übrigen in Dublin. Um die angestrebte Flexibilität zu erreichen, setzt plentymarkets die Server in Kombination mit einer Vielzahl weiterer Services von AWS ein. Beispielsweise sind alle Applikationsserver in eine Autoscaling Group eingebunden, damit sie je nach Anforderung der Kunden dynamisch skalieren. Das senkt die Ladezeiten im Webshop und kommt bei Betreibern und Kunden gleichermaßen gut an. Melnik erklärt Autoscaling so: „Wenn ein Werbespot eines Kunden im Fernsehen läuft, laufen vielleicht fünf Server ausschließlich für diesen Kunden. In der zweiten Stunde sind es dann nur noch zwei Server, und irgendwann herrscht wieder Normalbetrieb, ohne dass wir manuell eingreifen müssen.“ Eine dafür geeignete, speziell auf die Belange des Kunden abgestimmte Infrastruktur kann plentymarkets mit AWS innerhalb weniger Stunden bereitstellen. Das Autoscaling von AWS bildet auch die Grundlage für plentymarkets ZERO: „Erst durch die dynamische Skalierung unserer Infrastruktur bei AWS können wir diesen innovativen Service anbieten, der rein nach Nutzung abgerechnet wird“, betont Melnik.

Für die Anzeige von Bildern und anderem statischem Content mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten sorgt bei plentymarkets Amazon CloudFront. Die enge Integration von CloudFront mit anderen AWS-Diensten, wie etwa Amazon S3, Elastic Load Balancing oder AWS Lambda zum Ausführen von benutzerdefiniertem Code erleichtert die Implementierung durchgängig automatisierter Abläufe. Mittels Amazon Elastic Load Balancing (ELB) wird der Datenverkehr automatisch verteilt, damit jeder Kunde seine Transaktionen so schnell und sicher abschließen kann, wie er es von einer zeitgemäßen E-Commerce-Plattform erwartet.

Zur Flexibilität und Performance der Lösung trägt auch die Speicherplattform Amazon S3 bei, indem sie die Leistung automatisch skaliert, Inhalte in beliebiger Menge speichert und den Zugriff von allen Standorten aus erlaubt. Insgesamt verfügt plentymarkets über 80 TeraByte SSD-Storage für schnelle Transaktionszugriffe. Bei der Verwaltung sämtlicher Cloud-Ressourcen arbeiten Melnik und sein Team zeitsparend mit Services wie CloudTrail und CloudWatch. „Wir genießen es, dass die lästigen Fahrten zum Rechenzentrum entfallen,“ erklärt Melnik dazu schmunzelnd. Für ihn und sein Team waren außerdem die AWS Trainings wichtig: „Die haben uns gezeigt, wie wir aus den einzelnen Services das Beste für uns und unsere Kunden herausholen, und wo wir mit weiteren Optionen selbst innovative Produkte generieren können.“

Das Ergebnis der Umstellung bringt Jan Griesel auf den Punkt: „Mit AWS realisieren wir viel mehr Kundenwünsche als früher. Und das auch noch viel schneller und mit einer Verfügbarkeit von nahezu hundert Prozent.“ Beispielsweise können Melnik und sein Team mit CloudFront statischen Content auf mehreren Kontinenten ausliefern und so die Kundenanforderungen in Sachen Ladezeiten auch außerhalb Europas erfüllen. Und wenn ein Kunde über die Website ein System bucht, ist es innerhalb von 10 Minuten verfügbar. „Das sind Verbesserungen, die auch unsere Kunden wahrnehmen und zu schätzen wissen“, sagt Griesel.

Um mehr darüber zu erfahren, wie AWS Ihnen helfen kann, besuchen Sie unsere Homepage: https://aws.amazon.com/de/