Die St. Luke's Anglican School in der Nähe von Bundaberg im australischen Bundesstaat Queensland unterrichtet 820 Kinder und Schüler vom Kindergartenalter bis Klasse 12. An der 1994 auf einem 32 Hektar großen Campus errichteten Schule sind etwa 80 Lehrer und 40 Hilfs- und Verwaltungskräfte beschäftigt.

St. Luke's führte ihre wichtigsten Geschäftsanwendungen traditionell in einer virtualisierten Infrastruktur ihres lokalen Rechenzentrums aus. Hierzu zählen Produktivitätsanwendungen und E-Mail-Programme wie auch das webbasierte Schulverwaltungssystem TASS.web, mit dem die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung, das Rechnungswesen und die Schüler verwaltet werden.

In der virtualisierten Infrastruktur wurden auch einige Dateikomponenten der Schul-Website www.stlukes.qld.edu.au ausgeführt, auf der die Schule künftigen Schülern, Eltern und anderen Interessierten vorgestellt wird. Jedoch war der Download lokaler Dateien (z. B. das Gebührenmodell oder die Leitbilder der Schule) von dieser Website aufgrund der geringen Bandbreite der Internetverbindung sehr langsam. Alle anderen Komponenten der Website wurden in der Infrastruktur eines australischen Internetanbieters ausgeführt, die die Schule jedoch als für ihre Bedürfnisse zu unflexibel und teuer empfand. Gelegentlich kam es an der St. Luke's-Schule auch zu Stromausfällen, die Lehrer und Schulverwaltung auf altmodische Verfahren wie Stift und Papier zurückzwangen. Aufgrund der Stromausfälle gingen auch Daten verloren, was Lehrer und Verwaltung frustrierte und in ihrer Produktivität bremste.

Zudem war der Schulstandort bei Bundaberg recht anfällig für Naturkatastrophen, hier zuvorderst lokale Überschwemmungen. Aber es bestand durchaus auch das Risiko eines Großbrandes auf dem Schulgelände. Die Weiterführung der Anwendungen in der lokalen Infrastruktur, so war sich das Technologieteam der Schule einig, erwies sich als nicht mehr praktikabel. "Mitte 2011 verlagerten wir unsere gesamte Website zu einem Cloud-Hosting-Anbieter in Japan und wenige Monate später migrierten wir die Geschäftsproduktivitätssoftware auf eine Online-Anwendungsplattform", berichtet Mitch Miller, IT Manager der Schule. "Die Website-Umgebung in Japan war jedoch teuer – und das bei unzumutbar langen Seitenladezeiten."

Das TASS.web-System wurde nach wie vor lokal ausgeführt, als 2013 eine Überflutung die eine Seite Bundabergs komplett von der anderen Seite trennte, die Stromversorgung 36 Stunden lang ausfiel und die Schule eine Woche schließen musste. Nach diesem Vorfall entschied sich St. Luke's, ihr TASS.web in eine Umgebung zu verlagern, in der keine Naturkatastrophen zu erwarten wären. "Wir wären dann selbst im Katastrophenfall in der Lage, Schülerarbeiten vom Evakuierungsort aus elektronisch via Smartphone oder iPad zu bewerten und müssten nicht täglich Papierkopien verteilen", so Miller. St. Luke's wollte TASS.web auch nutzen, um die Eltern im Katastrophenfall informiert zu halten. Auch wollte die Schule mithilfe von TASS.web einen virtuellen Campus einrichten, auf dem der Unterricht weiter geführt werden könnte, solange die Schulgebäude wiederhergerichtet wurden.

Zudem mussten zwei Mitglieder des Technologieteams alle drei Jahre zwei Monate lang für die Neukonfiguration der lokalen Infrastruktur abgestellt werden. Diese Ressourcen fehlten dem Team dann für Aufgaben wie Softwareupgrades, allgemeine Verwaltung und Endpunktimplementierungen. Die Schule suchte also nach einer erschwinglichen, skalierbaren Cloud-Lösung, die die Infrastruktur auslagern würde.

St. Luke's wertete das Angebot lokaler Cloud-Anbieter aus und entschied sich aus den folgenden Gründen für die Cloud von Amazon Web Services (AWS):

  • Durch die Bereitstellung der Schul-Website in der Region Asien-Pazifik (Sydney) würde die Site nahe an ihre Nutzer rücken. Dadurch würden sich die Seitenladezeiten verringern, die Kosten ließen sich in Grenzen halten und es bestünde Zugang zu Support-Mitarbeitern in der eigenen Zeitzone.
  • Durch die durchgängige Verfügbarkeit der AWS-Plattform wären die Funktionen von TASS.web, wie das elektronische Abrufen von Schul- und Hausaufgaben oder der Betrieb eines virtuellen Campus, jederzeit garantiert.
  • Bei der Angebotsauswertung stellte die Schule fest, dass die Cloud-Ressourcen von AWS skalierbarer als diejenigen anderer Cloud-Anbieter sind. Auch wäre es der Schule dank Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC) möglich, einen logisch isolierten Bereich der AWS Cloud einzurichten, in dem ihre Administratoren den Zugriff auf Anwendungen, Services und die Infrastruktur genau kontrollieren könnten.

AWS stellt in puncto cloud-basierter Rechenkapazitäten das bereit, was Miller als "nahezu unbegrenzte Möglichkeiten" bezeichnet. "Dies schließt kleinere Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) Instances ein, in denen wir unsere Website ausführen können, wie auch größere Instances für die Verwaltung unserer Systemlasten", meint er. "Es bedeutete auch, dass wir in den verschiedenen Phasen der Migration problemlos die Instances finden würden, die wir zum jeweiligen Zeitpunkt bräuchten."

St. Luke's migrierte ihre Website Anfang des Jahres 2013 auf AWS. Die Migration von TASS.web in die AWS Cloud folgte im Juli 2014. Die Website wird in einer t2.small Amazon EC2 Instance – mit Amazon Route 53 für DNS (Domain Name Services) – ausgeführt. Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) speichert die bis zu 5 GB großen statischen Web-Inhalte.

Das TASS.web-System – geschrieben in Adobe ColdFusion und mit Zugriff auf eine SQL Server-Datenbank – wird in einer großen r3.large Amazon EC2 Instance betrieben, wobei drei Domänencontroller in Amazon EC2 Instances für verschiedene Subdomains Authentifizierungsservices bereitstellen.

Für die Notfallwiederherstellung wird das TASS.web-System täglich kopiert und in einem Amazon S3-Bucket gesichert. St. Luke's betreibt sowohl die Website als auch die Cloud-Umgebung von TASS.web in einer Amazon VPC. Die AWS-Umgebung ist über ein Virtual Private Network (VPN) mit dem Local Area Network (LAN) von St. Luke's verbunden. Zudem sichert die Schule im Rahmen ihrer geplanten Business Continuity-Strategie jede Nacht automatisch Daten in einer Größenordnung von 60 GB von ihren Dateiservern – die nach wie vor in der lokalen Infrastruktur ausgeführt werden – nach Amazon S3. Mithilfe von AWS Identity & Access Management stellt St. Luke's ihrem IT-Team rollenbasierten Zugriff auf die Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen in der Amazon VPC bereit. Abbildung 1 stellt die Umgebung von St. Luke's in der AWS Cloud dar.

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Abbildung 1. St. Luke's Anglican School – Architektur auf AWS

Als nächste Aufgabe hat sich St. Luke's vorgenommen, Momentaufnahmen ihrer wichtigen Amazon EC2-Maschinen zu erstellen und alle Dateispeicher mit AWS Storage Gateway nach Amazon S3 zu replizieren. Innerhalb der nächsten 12 Monate will das IT-Team die Dateiserver, die Windows-Supportinfrastruktur wie auch die Wartungs- und IT-Ticket-Systeme der Schule aus der lokalen Infrastruktur in die AWS Cloud migrieren. Ihre Migration abschließen wird die Schule mit einer Überprüfung und Ausmusterung der lokal verbliebenen Technologie.

Durch die Migration ihrer Website und ihres TASS.web-Systems in die AWS Cloud erreichte St. Luke's für beide Systeme eine Infrastrukturverfügbarkeit von nahezu 100 Prozent. Dadurch können sich Lehrer, wenn sie mit ihren Schülern Dateien auf elektronischem Weg austauschen, gewiss sein, dass bei einem Systemausfall keine Daten verloren gehen. Miller ist zuversichtlich, dass Lehrer und Schüler TASS.web im Katastrophenfall auch als virtuellen Campus nutzen können.

Die Schule erwartet sich darüber hinaus erhebliche Kosteneinsparungen, wenn der Umstieg in die AWS Cloud in 18 Monaten abgeschlossen ist. "Wir gehen nach Abschluss der Migration von einer Senkung der Kapitalkosten um 75 Prozent und der Kosten für den Betrieb des Rechenzentrums um 40 Prozent aus", so Miller.

Durch dieses Projekt haben sich die Aufgaben des schulinternen Technologieteams gewandelt. "Wir werden nicht mehr nur als reaktiv bzw. als Problemlöser betrachtet", meint er. "Denn nun haben wir auch die Zeit, proaktiv an Projekten zu arbeiten, die Ansehen und Leistung der Schule insgesamt verbessern. Hierbei hilfreich ist auch, dass wir seit der Migration auf AWS keine Aktivitäten wie Softwareupgrades oder Endpunktimplementierungen mehr verschieben müssen, weil uns gerade die Neukonfiguration der lokalen IT-Infrastruktur der Schule beschäftigt hält.

Durch die Bereitstellung ihrer Website in der Region Sydney erreichte St. Luke's auch eine Verringerung deren Latenz von 160 auf 20 Millisekunden, wodurch sich das Benutzererlebnis enorm verbessert hat.

Dank der Skalierbarkeit der AWS Cloud können Schülerzahlen und Kursangebot der St. Luke's ruhig wachsen, ohne dass große Investitionen erforderlich werden", so Miller. "Gelegentlich sprechen wir auch über die Erweiterung unserer Klassen oder die Bereitstellung neuer Software", so Miller. Falls wir uns hierzu entscheiden sollten, sprechen die Infrastrukturkosten jedenfalls nicht dagegen."

Weitere Informationen zur Verwendung von AWS für Webanwendungen finden Sie auf unserer Detailseite zu Web- und mobilen Anwendungen unter http://aws.amazon.com/web-mobile-social/.