Macmillan India bietet seit über 120 Jahren Veröffentlichungsdienste auf dem Bildungsmarkt in Indien an. Das Hauptgeschäft des Verlags besteht in der Vergabe, dem Lektorat, dem Druck und der Verteilung von Lehrbüchern und Schulungsunterlagen für Bildungsanbieter von Vorschulen bis hin zu Hochschulen und Erwachsenenbildung. Das Unternehmen bietet auch curriculare Kursbausteine, Video-Clips und Animationen. Macmillan India mit Sitz in Gurgaon (Nordindien) gehört zum privat geführten Holtzbrinck-Konzern und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter.

2011 wurde die Geschäftsführung von Macmillan India neu aufgestellt. Damit änderten sich auch die Geschäftsstrategie und die Betriebsstruktur des Unternehmens. Die vier bislang getrennten geografischen Regionen in Indien wurden zu einem gemeinsamen Markt konsolidiert. Die Umstrukturierung veranlasste Macmillan India auch, seine SAP Business Suite-ERP-Lösung zu aktualisieren, die das Unternehmen für die Verwaltung von Vertrieb und Verteilung seiner Lehrbücher in Indien verwendet.

"Eine effiziente Verteilung ist der Schlüssel zu unserem Erfolg", so Rajesh Pasari, Finance & Operations Director bei Macmillan India. "Das Unterrichtsmaterial muss rechtzeitig für den Vertrieb auf dem Markt sein, bevor das neue Schuljahr im März beginnt. "Unter einem Ausfall unserer SAP-Lösung würden die Bestellungsabwicklung, die Zustellung und die Paketverfolgung sehr leiden. Und die Schüler hätten zu Beginn des Schuljahrs keine Lehrbücher."

Die Infrastruktur des lokalen Rechenzentrums in Chennai krankte jedoch an verschiedenen Problemen, die sich auf die Systemverfügbarkeit auswirkten:

• Die Server waren fünf Jahre alt und hatten damit schon fast das Ende ihrer Lebensdauer erreicht – häufig kam es deswegen zu Ausfällen.

• Speicher- und Netzwerktechnologie hatten ihre Kapazität erreicht – darunter litt die Anwendungsleistung.

• Das VPN fiel regelmäßig aus – der Remote-Zugriff auf die SAP-Lösung war damit nicht durchgängig garantiert.

• Aufgrund der unzureichenden Stromversorgung stand elektrischer Strom während der Spitzenzeiten im Sommer nur für neun Stunden zur Verfügung.

• Durch Straßenarbeiten und Gebäudebau wurden die gemieteten Netzleitungen, die das Rechenzentrum mit den Büros von Macmillan India verbanden, immer wieder beschädigt – Systemausfälle und Produktivitätseinbußen waren die Folge.

Die SAP-Lösung des Unternehmens erreichte aufgrund dieser Einschränkungen eine Systemverfügbarkeit von maximal 90 Prozent – 99 Prozent oder mehr wären aber erforderlich gewesen. Macmillan India war sich bewusst, dass diese Situation untragbar war, und begann sich nach alternativen Infrastrukturoptionen umzusehen.

Nach der Analyse verschiedener Lösungen wusste MacMillan India, dass die Auslagerung seiner Infrastruktur zu einem externen Cloud-Service, insbesondere Amazon Web Services (AWS), ideal wäre. Das Unternehmen würde dadurch seine Ziele erreichen – und dies ohne die Kosten und den Verwaltungsaufwand eigener IT-Administratoren.

"Unsere Analysen zeigten, dass wir unsere Investitionen mit der AWS Cloud nahezu auf null und unsere Betriebskosten um ca. 30 Prozent reduzieren könnten", so Navnit Pandita, IT Infrastructure Head bei Macmillan India. "Im Vergleich mit anderen von uns geprüften Cloud-Anbietern bot uns AWS eine herausragende Speicherverwaltung und erstklassige Snapshot-Funktionen."

Macmillan India begann danach zunächst, seine wichtigsten Anwendungen – die SAP-Module, ein auf Drupal basierendes Online-Schulungssystem und ein Customer Relationship Management (CRM)-System aus dem Rechenzentrum in Chennai auf AWS zu migrieren. Das Unternehmen beauftragte Pricewaterhouse Coopers (PwC) mit der Entwicklung einer SAP-Lösung auf AWS, das den technischen und finanziellen Anforderungen gewachsen wäre und die rechtlichen Bestimmungen Indiens erfüllen würde.

Macmillan India und PwC verlagerten zunächst mehrere SAP-Module – SAP Business Intelligence (BI), SAP Sales and Distribution, SAP Materials Management, SAP Financial Accounting and Controlling und SAP Human Resources – auf AWS und testeten die Performance von SAP in den verschiedensten Szenarien. Mit dem Ergebnis zufrieden, schloss PwC die Migration ab, und das neue System ging schließlich im Mai 2013 live in Produktion. "Die Durchführung dieses Projekts dauerte insgesamt nur sechs Monate, wobei sogar die Spitzenzeiten um Schuljahresbeginn und Kursstarts elegant umschifft werden konnten", zeigt sich Navnit zufrieden.

Macmillan India betreibt seine SAP-Lösung in der Produktion mit Microsoft Windows Server 2008 und SQL Server 2008 auf zwei Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) m2.2xlarge-Instances. Auf einer Instance wird die ERP-Lösung SAP Business Suite ausgeführt, auf der anderen das SAP BI-Modul. Amazon Elastic Block Store (Amazon EBS) bietet Speicher auf Blockebene für Dateisysteme und bereitgestellte E/A\Sekunde für die SQL Server-Datenbank. Die täglich generierten Momentaufnahmen der EBS-Volumes werden zuverlässig in Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) gespeichert. Sollte nach einem Notfall eine Datenwiederherstellung erforderlich werden, kann das Unternehmen auf mehrere Availability Zones zurückgreifen und seine Umgebungen aus Images und Momentaufnahmen starten.

Macmillan India sichert seine SAP-Anwendungen durch die Bereitstellung eines privaten Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC)-Subnetzes, in dem sowohl die Business Suite- als auch die BI-Instances ausgeführt werden. Clients, in der Regel Macmillan-Mitarbeiter, können Site-to-Site-IPsec für den Zugriff auf SAP über private IP-Adressen nutzen. Ein eingeschränkter öffentlicher Zugriff über FTP und SMTP (in der Regel für Auftragnehmer wie z. B. externe IT-Mitarbeiter) wird über eine Amazon VPC NAT-Instance in einem öffentlichen Subnetz bereitgestellt. Abbildung 1 zeigt die SAP-Lösung auf AWS.

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Abbildung 1. Macmillan India – Architektur auf AWS

Macmillan India profitiert vom Pay-as-you-go-Modell von AWS. Das Unternehmen konsumiert und bezahlt sowohl in Spitzen- als auch in ruhigen Zeiten nur die Ressourcen, die es tatsächlich benötigt. "Die Implementierung von SAP Business Suite in der AWS Cloud bestätigte in puncto Kosteneinsparungen unsere ursprünglichen Einschätzungen", so Navnit. "Unsere Kapitalaufwendungen konnten wir um nahezu 100 Prozent senken. Des Weiteren erwarten wir eine Senkung der Betriebskosten um etwa 30 Prozent – und das Jahr für Jahr – allein dadurch, dass wir keine eigene Hardware anschaffen und Infrastrukturadministratoren beschäftigen müssen."

Die erforderliche Zeit für die Bereitstellung einer neuen Umgebung hat sich von sechs Wochen auf 30 Minuten reduziert. Die Umgebungen können darüber hinaus per Mausklick herauf oder herab skaliert werden. Ein weiterer Vorteil für Macmillan India ist die Automatisierung der Backups und die erwünschte Reduzierung der Wiederherstellungszeiten nach einem Notfall. "Aufgrund unserer instabilen Hardware und der unzuverlässigen Stromversorgung konnten wir in puncto Daten- und Systemwiederherstellung keine realistischen Service Level Agreements anbieten", erklärt Navnit. "Dank AWS können wir nun garantieren, dass unser System bei einem Problem in spätestens vier Stunden wieder online ist."

Von Vorteil sind auch die zuverlässigen Sicherheits- und Datenschutzkontrollen, die Macmillan India nun zum Schutz seiner Umgebung nutzen kann. "Amazon VPC gibt uns die Kontrolle über unsere Umgebung," so Navnit. "Es ist kein öffentlicher Zugriff auf unsere Instances möglich, und wir halten unsere Daten sowohl während der Übertragung als auch im Speicher verschlüsselt."

Für Benutzer, die remote auf die SAP-Anwendungen zugreifen, ist das VPN nun schnell und zuverlässig – das Vertrauen in den Service ist damit wiederhergestellt. "Die Verfügbarkeit unserer SAP-Anwendungen ist seit der Migration zu AWS von 90 auf nahezu 100 Prozent gestiegen", schätzt Navnit.

Alles in allem zeigt sich Macmillan India sehr erfreut über die Flexibilität, die Leistung und die erschwinglichen Kosten der AWS-Infrastruktur. "Verfügbarkeit zum richtigen Moment und Termintreue sind ein essentieller Teil unseres Geschäfts", so Pasari. "Dank AWS erhalten unsere Schüler und Studenten ihre Lehrbücher nun rechtzeitig vor Schuljahres- oder Kursbeginn, und wir können unsere Pläne, mehr Lehrmaterialien über das Internet zu vertreiben, nun besser in die Tat umsetzen."

Weitere Informationen zur Unterstützung bei SAP-Lösungen und anderen Geschäftsanwendungen durch AWS finden Sie unter http://aws.amazon.com/business-applications/.