Bereitstellungen von Amazon RDS in mehreren Availability Zones bieten für Datenbankinstanzen (DB-Instances) eine höhere Verfügbarkeit und Beständigkeit von Daten und eignen sich deshalb ideal für Verarbeitungslasten von Produktionsdatenbanken. Wenn Sie eine Multi-AZ-DB-Instance bereitstellen, erstellt Amazon RDS automatisch eine primäre DB-Instance und repliziert die Daten synchron in eine Standby-Instance in einer anderen Availability Zone (AZ). Jede AZ wird in ihrer eigenen physisch unabhängigen Infrastruktur ausgeführt und ist auf hohe Zuverlässigkeit ausgelegt. Bei einem Ausfall von Infrastruktur führt Amazon RDS automatisch ein Failover auf die Standby-Instance (oder im Fall von Amazon Aurora auf die Read Replica) aus, sodass Sie den Datenbankbetrieb nach Abschluss des Failovers fortsetzen können. Da der Endpunkt Ihrer DB-Instance nach einem Failover gleich bleibt, kann Ihre Anwendung den Datenbankbetrieb fortsetzen, ohne dass ein manueller administrativer Eingriff erforderlich ist.

Amazon Aurora nutzt eine virtualisierte Speicherebene mit SSD-Unterstützung, die speziell für Datenbank-Arbeitslasten konzipiert wurde. Amazon Aurora repliziert Ihre gespeicherten Daten automatisch in sechs Richtungen und in drei Availability Zones. Amazon Aurora-Speicher ist fehlertolerant und verarbeitet transparent den Verlust von bis zu zwei Kopien der Daten ohne Beeinträchtigung der Schreibverfügbarkeit der Datenbank, und bis zu drei Kopien ohne Beeinträchtigung der Verfügbarkeit von Leseleistung. Außerdem behebt der Speicher von Amazon Aurora Probleme automatisch. Datenblocks und Datenträger werden laufend auf Fehler untersucht und automatisch ersetzt. Weitere Informationen zur hohen Verfügbarkeit mit Amazon Aurora finden Sie in der Online-Dokumentation.

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Multi-AZ-Bereitstellungen für die Datenbank-Engines MySQL, MariaDB, Oracle und PostgreSQL arbeiten mit einer synchronen physischen Replikation, bei der die Daten der Standby-Instance mit denen der Primär-Instance übereinstimmen. Multi-AZ-Bereitstellungen für die Engine SQL Server arbeiten mit der synchronen logischen Replikation zum Erreichen desselben Ergebnisses mithilfe der SQL Server-eigenen Spiegelungstechnologie. Bei beiden Verfahren sind Ihre Daten bei Ausfall einer DB-Instance oder Availability Zone geschützt.

Wenn ein Speicher-Volume auf Ihrer Primär-Instance in einer Multi-AZ-Bereitstellung ausfällt, initiiert Amazon RDS automatisch einen Failover zur aktuellen Standby-Instance (oder im Fall von Amazon Aurora zur Read Replica). Vergleich mit einer Single-AZ-Bereitstellung: Beim Ausfall einer Single-AZ-Datenbank ist eine vom Benutzer initiierte zeitpunktbezogene Wiederherstellung erforderlich. Dieser Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Außerdem stehen Datenaktualisierungen, die nach dem spätesten wiederherstellbaren Zeitpunkt (in der Regel den letzten fünf Minuten) erfolgt sind, nicht zur Verfügung.

Beim Betrieb von Multi-AZ-Bereitstellungen profitieren Sie darüber hinaus von einer besseren Datenbankverfügbarkeit. Wenn es zu einem Ausfall einer Availability Zone oder DB-Instance kommt, wird die Verfügbarkeit lediglich für den Zeitraum beeinträchtigt, den das automatische Failover benötigt, normalerweise weniger als eine Minute für Amazon Aurora (30 Sekunden bei Verwendung von MariaDB Connector/J) und 1 – 2 Minuten für andere Datenbank-Engines (siehe häufig gestellte Fragen zu RDS).

Die Verfügbarkeitsvorteile von Multi-AZ-Bereitstellungen kommen auch bei geplanten Wartungen und Sicherungen zum Tragen. Im Fall von Systemaktualisierungen wie Betriebssystem-Patches oder Skalierungen der DB-Instance erfolgen diese vor dem automatischen Failover zunächst für die Standby-Instance. Es kommt deshalb lediglich für die Dauer, die das automatische Failover in Anspruch nimmt, zu Einschränkungen der Verfügbarkeit.

Im Gegensatz zu Single-AZ-Bereitstellungen wird die E/A-Aktivität in Ihrer Primär-Instance während der Sicherung bei Multi-AZ-Bereitstellungen für die Engines MySQL, MariaDB, Oracle und PostgreSQL nicht unterbrochen, da die Sicherung von der Standby-Instance erstellt wird. Beachten Sie jedoch, dass es bei Multi-AZ-Bereitstellungen im Verlauf von Sicherungen zu einer erhöhten Latenz (für gewöhnlich wenige Minuten) kommen kann. 

Bei Instance-Ausfällen in Amazon Aurora-Bereitstellungen verwendet Amazon RDS die RDS Multi-AZ-Technologie, um Failovers auf eine der bis zu 15 Aurora-Replicas, die Sie in einer der drei Availability Zones erstellt haben, zu automatisieren. Falls keine Amazon Aurora Replicas bereitgestellt wurden, versucht Amazon RDS bei einem Ausfall, automatisch eine neue Amazon Aurora-DB-Instance für Sie zu erstellen.

Das Failover von DB-Instances erfolgt vollautomatisch und erfordert keine Administratoreingriffe. Amazon RDS überwacht den Status Ihrer Primär- und Standby-Instance und löst bei verschiedenen Fehlerbedingungen automatisch ein Failover aus.

Bei Multi-AZ-Bereitstellungen erfolgt bei den meisten gängigen Ausfallszenarien nach deren Erkennen eine automatische Wiederherstellung durch Amazon RDS, sodass Sie ohne Verwaltungsaufwand Datenbankvorgänge schnellstmöglich fortsetzen können. Amazon RDS führt in den folgenden Szenarien automatisch ein Failover durch:

  • Verlust der Verfügbarkeit in der primären Availability Zone
  • Verlust der Netzwerkverbindung zur Primär-Instanz
  • Ausfall einer Datenverarbeitungseinheit in der Primär-Instanz
  • Speicherfehler in der Primär-Instanz

Hinweis: Wenn für Multi-AZ-Bereitstellungen Vorgänge wie die Skalierung von DB-Instances oder System-Upgrades wie das Einspielen von Betriebssystem-Patches ausgelöst werden, werden diese zur Optimierung der Verfügbarkeit vor einem automatischen Failover zunächst auf das Standby-Replikat angewendet (in der Dokumentation zu Aurora finden Sie weitere Details zum Aktualisierungsverhalten). Es kommt deshalb lediglich für die Dauer, die das automatische Failover in Anspruch nimmt, zu Einschränkungen der Verfügbarkeit. Hinweis: Bei Multi-AZ-Bereitstellungen von Amazon RDS erfolgt kein automatisches Failover als Reaktion auf Datenbankvorgänge wie lang andauernde Abfragen, gegenseitige Sperren (Deadlocks) oder Fehler aufgrund von Datenbankbeschädigungen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite mit den Preisen von Amazon RDS.

Über die AWS Management Console können Sie problemlos neue Multi-AZ-Bereitstellungen erstellen oder vorhandene Single-AZ-Instances in Multi-AZ-Bereitstellungen ändern. Um eine neue Multi-AZ-Bereitstellung über die AWS Management Console einzurichten, klicken Sie einfach, wenn Sie eine DB-Instance starten, bei "Multi-AZ Deployment" auf "Yes". Zum Umwandeln einer vorhandenen Single-AZ-DB-Instance in eine Multi-AZ-Bereitstellung wählen Sie für Ihre DB-Instance in der AWS Management Console die Option "Modify".

Amazon RDS Multi-AZ-Bereitstellungen ergänzen Read Replicas für Amazon RDS für MySQL, MariaDB und PostgreSQL. Für beide Funktionen wird eine zweite Kopie Ihrer Daten beibehalten, allerdings gibt es Unterschiede zwischen den beiden:

Multi-AZ-Bereitstellungen Read Replicas
Synchrone Replikation – sehr robust Asynchrone Replikation – hoch skalierbar
Nur die Datenbank-Engine in der primären Instance ist aktiv Sämtliche Read Replicas sind zugänglich und können für eine Leseskalierung verwendet werden
Automatische Sicherungen werden von der Standby-Instance erstellt Standardmäßig sind keine Sicherungen konfiguriert
Über eine einzelne Region erstrecken sich immer zwei Availability Zones Kann in einer Availability Zone AZ-übergreifend oder Regionen-übergreifend sein
Versions-Upgrades der Datenbank-Engine werden in der primären Instance durchgeführt Ein Versions-Upgrade der Datenbank-Engine ist unabhängig von der Quell-Instance
Automatisches Failover auf die Standby-Instance bei der Erkennung eines Problems Kann manuell auf eine eigenständigen Datenbank-Instance hochgestuft werden

Mit Amazon RDS können Sie Multi-AZ-Bereitstellungen und Read Replicas in Kombination verwenden, um sich die Vorteile beider Lösungen zunutze zu machen. Beispielsweise können Sie eine Quelldatenbank als Multi-AZ für hohe Verfügbarkeit konfigurieren und eine Read Replica (in Single-AZ) für eine Lese-Skalierbarkeit erstellen.

Mit RDS für MySQL und MariaDB können Sie auch die Read Replica als Multi-AZ festlegen. Dadurch können Sie die Read Replica als Notfallwiederherstellungsziel verwenden. Wenn Sie die Read Replica auf eine eigenständige Datenbank hochstufen, ist sie bereits Multi-AZ-fähig. Beachten Sie, dass diese Funktion von RDS für PostgreSQL noch nicht unterstützt wird.