Die Deutsche Bahn stellt mit AWS schneller bereit und liefert SAP-Berichte in Sekundenschnelle

DB Systel ist ein AWS-Advanced-Beratungspartner

Zusammenfassung

Die Deutsche Bahn (DB) migriert ihre SAP-Systeme in die AWS Cloud, was zu einer Serverbereitstellung innerhalb von Minuten, Berichterstellung innerhalb von Sekunden und Kosteneinsparungen von 50–60 Prozent bei Anwendungen von Dritten führt. Die Deutsche Bahn ist eines der größten Schienenverkehrsunternehmens Europas. Ihre 27 SAP-Systeme werden unter Verwendung von Amazon EC2 und Amazon Elastic Block Store in über 100 AWS-Umgebungen ausgeführt.

Eine Transportmacht in Europa

Die Deutsche Bahn (DB) ist einer der größten Schienentransportanbieter Europas. Das Unternehmen befördert täglich 7,3 Mio. Passagiere in Zügen und Bussen sowie ca. 255 Mio. Tonnen Fracht durch ganz Deutschland. Die Deutsche Bahn unterhält außerdem mehr als 5.700 Bahnhöfe und 33.000 Kilometer Schienennetz. Die Einnahmen beliefen sich 2019 auf 44,4 Mrd. EUR (USD 52,6 Mrd.)..

Für die Deutsche Bahn war es aufgrund ihrer On-Premise-Umgebung schwierig, Innovationen schnell umzusetzen. Mehrere Infrastrukturteams mussten im Rahmen jedes Entwicklungsprozesses Aktivitäten koordinieren – ein Vorgang, der Projekte jedes Mal um Wochen verlängerte. Die Deutsche Bahn wünschte sich mehr Agilität, damit der IT-Bereich schneller auf Anfragen der Geschäftsseite reagieren könnte.

Migrieren von SAP in die Cloud

Die Geschäftsseite begann damit, Workloads aus ihren Rechenzentren in die Cloud zu verschieben. Man entschied sich für Amazon Web Services (AWS), um für wichtige Systeme wie SAP die Entwicklung zu beschleunigen und die Leistung zu verbessern. Der IT-Serviceanbieter der Deutschen Bahn, DB Systel, ein Advanced-Beratungspartner im AWS Partner Network (APN), leitete die Migration der 27 SAP-Anwendungen des Unternehmens.

Dazu gehörte die größte SAP-Wartungsinstallation in Europa mit 8.000 Benutzer, die 2,2 Mio, Wartungsaufträge im Jahr für 650.000 Züge und Busse verwaltet.

Während des Migrationsprozesses arbeitete die Deutsche Bahn mit AWS-Partnern, AWS-Lösungsarchitekten und einem AWS Technical Account Manager. zusammen Dominik Heller, leitender Projektmanager bei DB Systel, sagt: „AWS unterstützte uns bei bewährten Methoden, darunter die korrekte Größe von Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2)-Instances für die SAP-Workloads.“elb DB Systel setzte Red Hat Ansible ein, um die Bereitstellung von Amazon EC2 zu automatisieren. Es erstellte zu Beginn jedes Migrationsprozesses „Rezeptbücher“, die Administratoren nutzen konnten, wenn sie schnell neue Versionen der Umgebung entwickeln mussten..

Über 100 AWS-Umgebungen erstellt

Die Migrationen fanden während der Wochenenden statt, um Störungen am DB-Betrieb gering zu halten. DB Systel übertrug die Wartungsanwendung – zu der eine 12 Terabyte (TB) große Datenbank gehörte – mit weniger als 12 Stunden Ausfallzeit. Insgesamt erstellte DB Systel mehr als 100 Umgebungen für die SAP-Migration in der AWS-Cloud, führte 366 Amazon EC2-Instances ein und nutzte Amazon Elastic Block Store (Amazon EBS), um für 260 TB Daten einen leistungsstarken Blockspeicher bereitzustellen. Die Schlüssel, mit denen Daten verschlüsselt oder digital signiert wurden, wurden von DB Systel mit AWS Key Management Service (AWS KMS) mit AWS PrivateLink verwaltet, was die Sicherheit geteilter Daten vereinfacht.

Serverbereitstellung innerhalb von Minuten

Mit der Ausführung von SAP in AWS erhält die Deutsche Bahn die Agilität, die die Geschäftsseite angestrebt hatte. Beispielsweise kann ein einzelnes DB Systel-Team einen virtuellen Server innerhalb von Minuten bereitstellen, einschließlich Rechenleistung, Speicher und Netzwerk. Somit können Administratoren umgehend reagieren, wenn die Geschäftsseite neue Anforderungen hat. Heller sagt: „Wenn zum Beispiel ein neues Zugmodell eingeführt wird, müssen wir die Daten in mehreren SAP-Umgebungen verschiedenen DB-Geschäftseinheiten zur Verfügung stellen. Wir können IT-Ressourcen zuweisen, damit die Modellinformationen innerhalb von Minuten in den Anwendungen verfügbar sind.“

Patching jede Woche anstelle von allen 3 Monaten

Mit AWS hat die Deutsche Bahn die Leistung und Sicherheit Ihrer SAP-Systeme verbessert. Das Unternehmen nutzt AWS CodeCommit, einen vollständig verwalteten Service für die Quellenkontrolle, um mit GitLab Runner die Bereitstellung über „Continuous Integration/Continuous Development“ (CI/CD, fortlaufende Integration und Entwicklung)-Pipelines zu automatisieren. Darüber hinaus verfügt die Deutsche Bahn über das AWS Cloud Development Kit, ein Open-Source-Framework für Softwareentwicklung, sowie über Ansible für Infrastructure-as-Code-Administration. „Damit konnten wir das Infrastruktur-Patching von allen drei Monaten auf jede Woche erhöhen, was zu mehr Leistung und Sicherheit beiträgt“, sagt Heller.

Das Unternehmen verwendet außerdem für Auto-Tagging AWS Lambda, einen serverlosen Datenverarbeitungsservice, um die Compliance mit Auditingberichten sicherzustellen. Heller erläutert: „Ohne Auto-Tagging könnte das manuelle Erstellen von Compute-Instances Berichte umgehen und ein Risiko für die Compliance darstellen. Heute läuft das Auditing mit AWS schneller und einheitlicher ab.“ Die Deutsche Bahn prüft derzeit, ob sie Amazon Athena im Rahmen ihrer Lösung einsetzen wird, um alle Protokolle zu verwalten und auszuwerten. „Das wird uns dabei helfen, die Leistung der Server zügig zu analysieren und Serverstörungen schneller zu erkennen“, sagt Heller.

Wichtige Berichte 10-20 % schneller verfügbar

Die Leistungsgeschwindigkeit ist im gesamten Unternehmen zu spüren. Manager können Berichte 10-20 Prozent schneller erstellen und somit Erkenntnisse innerhalb von Sekunden statt Minuten gewinnen. „Das mag nicht nach einem großen Unterschied klingen“, sagt Heller, „aber wenn Sie eine wichtige Entscheidung basierend auf den aktuellsten Informationen treffen müssen, ist diese Zeiteinsparung sehr wertvoll.“

50-60 % Kosteneinsparungen bei Anwendungsmanagementlösungen

DB Systel hat den Aufbau für viele seiner AWS-Umgebungen standardisiert und damit den Prozess optimiert. Darüber hinaus hat es IT-Administratoren neu aufgestellt und ein einziges Team für alle SAP-Bedürfnisse geschaffen. Im Vergleich zu früher ist das SAP-Team nun sowohl kleiner als auch effizienter. Heller sagt: „Da viele der Aufbauprozesse automatisiert wurden, ist das Fehlerrisiko niedriger und das Team ist ca. 35 Prozent effizienter, wenn es darum geht, SAP-Anfragen zu bearbeiten.“

Durch die Migration zu AWS kann die Deutsche Bahn teure Anwendungsmanagementsysteme ersetzen. So verwendet das Unternehmen beispielsweise nicht mehr IBM Sterling Connect:Direct für sichere Punkt-zu-Punkt-Datenübertragungen. Das Systeme wurde mit Services der AWS Transfer Family ersetzt, darunter Secure File Transfer Protocol, Amazon Simple Storage Service (Amazon S3), und die AWS-Befehlszeilenschnittstelle. „Der Austausch unserer teuren Anwendungsmanagementsysteme mit AWS-Services könnte Kosteneinsparungen in Höhe von 50-60 Prozent bedeuten“, sagt Heller weiter.

Der Motor für Innovationen

Das IT-Team konzentriert sich nun hauptsächlich auf Innovationen. Dank der Geschwindigkeit und der relativ niedrigen Entwicklungskosten in der AWS Cloud kann DB Systel sich die Freiheit erlauben, mit neuen Ideen zu experimentieren. „Es gibt eine neue Forme des Dialogs zwischen den Geschäftseinheiten und dem IT-Bereich“, sagt Heller. „Wir verfügen nun über die Tools, um schnell zu scheitern und mit weniger Zeit- und Geldaufwand Verbesserungen voranzubringen, die der Deutschen Bahn dabei helfen werden, ihre Geschäftspläne umzusetzen.“

Deutsche Bahn

Über die Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn (DB) ist einer der größten Schienentransportanbieter Europas. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 300.000 Mitarbeiter weltweit, von denen 200.000 die Mobilitäts- und Logistikoperationen in Deutschland unterstützen.

Über DB Systel

DB Systel mit Sitz in Frankfurt bringt die Digitalisierung innerhalb der Deutschen Bahn voran, die vollständiger Eigentümer von DB Systel ist. Das Unternehmen beschäftigt ca. 5.000 Mitarbeiter an den drei Hauptstandorten Frankfurt, Berlin und Erfurt.

Veröffentlicht im September 2020