Die AWS-Cloud bietet unseren Forschern schnelleren Zugang zu reineren Daten. Dadurch gestaltet sich die Zusammenarbeit effizienter, was wiederum Zeit und Raum für neue Forschungsfragen schafft und gleichzeitig eine einheitlichere Auslegung von Daten ermöglicht.
Lindsay Der Doktorand

Das Archäologische Zentrum Stanford führt interdisziplinare Forschungsprojekte auf der ganzen Welt durch, betreibt Labore und bietet Workshops sowie Programme für öffentliche Vorträge an. Das Zentrum, das sich auf dem Campus der Stanford-Universität in Kalifornien befindet, hilft bei der Vernetzung einzelner Fachbereiche, wie beispielsweise Anthropologie, Klassik, Geowissenschaften, Biologie und Kunstgeschichte. Es arbeitet außerdem mit anderen Forschungsorganisationen auf der ganzen Welt zusammen.

Das Zentrum unterstützt gemeinsam mit dem Fachbereich für Anthropologie das Çatalhöyük-Forschungsprojekt, eine neolithische archäologische Stätte in der südlichen Mitte der Türkei, die erstmals Anfang der 1960er-Jahre ausgegraben wurde. Heute gilt Çatalhöyük als eine der wichtigsten prähistorischen Ausgrabungsstätten der Türkei, die faszinierende Einblicke in das alte städtische Leben 7 400 Jahre vor Christus bietet. Bei den Ausgrabungen kamen Überreste aus Landwirtschaft, Kunst in Form von Wandmalereien und Gipsreliefs, Gräber, Wohnraum, Töpferei, Statuetten und weitere Artefakte, die Einblicke in das Leben und den Alltag der Menschen von damals bieten, zum Vorschein. Bei den Ausgrabungen wurden außerdem Überreste von Tieren gefunden, die den Forschern Rätsel aufgaben, darunter aus Wänden und Sitzgelegenheiten hervor ragende Hörner.

Das Erstellen schriftlicher Aufzeichnungen zu allen ausgegrabenen Objekte ist von entscheidender Bedeutung; eine Aufgabe, die es den Forschern ermöglicht, ein tieferes Verständnis für diese alte Kultur und ihre Gesellschaft zu erlangen. Jahrelang haben die Forscher vor Ort geografisch-räumliche Informationen, anhand derer bestimmt werden kann, wo genau Artefakte ausgegraben wurden, in eine Datenbank eingegeben, die mithilfe von zeitaufwändigen Methoden manuell gewartet und aktualisiert wurde. Eine Person brauchte 20 oder mehr Stunden pro Woche für die Eingabe und Veränderung der Informationen in diesem System.

"Es ist ein langsamer und kostspieliger Prozess, der noch dazu Verwirrung beim wissenschaftlichen Personal in Bezug darauf stiftete, bei welcher Datenversion es sich um die aktuellste handelte", so Lindsay Der, eine Stanford- Doktorandin, die vor Ort arbeitete. "Wir hatten eine Felddatenbank, wobei eine Person für die Verwaltung der Masterkopie zuständig war – doch diese Person war nicht immer da. Aufgrund der großen Anzahl an Forschern, die an diesem Projekt beteiligt waren, wurden häufig Veränderungen an Informationen vorgenommen, die nicht ordnungsgemäß aktualisiert worden waren, also mussten wir ständig Daten bereinigen. Dies war bei Versuchen einer Zusammenarbeit besonders dann frustrierend, wenn bezüglich der Genauigkeit der Informationen Unsicherheit bestand."

Zur Verbesserung der Verwaltung der vor Ort gesammelten Informationen begann man im Zentrum, Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) für den Betrieb des ArcGIS-Servers von Esri zu nutzen, einem Anbieter für geografische Informationssysteme (GIS) und Geodatenbanksoftware. Esri bietet betriebsbereite Amazon Machine Images für ArcGIS Server und ermöglicht es Kunden wie dem Stanford-Team, ihre GIS-Anwendungen auf leistbaren Servern, die von überall aus auf dieser Welt zugänglich sind, einzurichten und auszuführen. Der ArcGIS-Server ist mit einer Microsoft SQL Server-Datenbank mit Standort am University College in London verbunden, die Aufzeichnungen zu ungefähr 30 000 verschiedenen Funden der Stätte enthält. Die Forscher von Stanford nutzten diese Lösung für die Analyse und Veröffentlichung digitalisierter Versionen aller Lageplänen und Karten von Çatalhöyük. Diese digitalen Dokumente enthüllen archäologische Muster, die den Forschern helfen, das Verhalten und die Organisation innerhalb dieser alten Gemeinschaft zu verstehen.

Durch die Verwendung von AWS haben die Forscher des Archäologischen Zentrums problemlos Zugang zu wichtigen Daten – egal, wo sie gerade sind – und sie haben ein System, bei dem sichergestellt wird, dass Daten aus Kooperationen korrekt und aktuell sind.

"Mit AWS wurde unser Prozess für Datenaktualisierung und Zusammenarbeit viel effizienter", so Justine Issavi, eine weitere Doktorandin, die vor Ort arbeitete. "Es erleichtert außerdem die Zusammenarbeit zwischen internationalen Teams. Wenn nur ein Kollege vor Ort für die Aktualisierung der Informationen zuständig war, waren wir immer auf der Jagd nach dieser einen Person. Mit der AWS-Cloud-Lösung kann nun auf Informationen zugegriffen werden, Informationen können von verschiedenen Forschern auf der ganzen Welt hinzugefügt und aktualisiert werden. Die Daten sind aktuell und für alle Forscher zugänglich, egal ob von Stanford, der Türkei oder einem anderen Standort aus."

Die 20 oder mehr Arbeitsstunden, die jede Woche für das Aktualisieren der Daten aufgewendet wurden, können nun für wichtigere Forschungsarbeiten genutzt werden. Mit der Lösung von AWS, so Der, sind die Forschungsarbeiten effizienter, was wiederum dabei hilft, bessere Einblicke durch die alten Artefakte zu gewinnen.

"Die AWS-Cloud", sagt sie, "bietet unseren Forschern schnelleren Zugang zu reineren Daten. Dadurch gestaltet sich die Zusammenarbeit effizienter, was wiederum Zeit und Raum für neue Forschungsfragen schafft und gleichzeitig eine einheitlichere Auslegung von Daten ermöglicht."