Die Overseas Vote Foundation (OVF), eine in den USA ansässige gemeinnützige und unabhängige 501(c)3-Organisation, hilft Amerikanern, die sich im Ausland aufhalten, bei der Wahl bzw. Briefwahl. 2005 richtete die OVF in den USA die erste umfassende Online-Service-Site für Wähler mit Tools für die Registrierung, Briefwahl, und Wahlinformationen ein, die sich speziell an Wähler richtet, die sich am Wahltag im Ausland aufhalten – u. a. auch Personal der US-Streitkräfte, im Ausland beschäftigte Regierungsmitarbeiter und US-amerikanische Staatsbürger, die im Ausland leben. "Wir wollten amerikanischen Staatsbürgern und Militärs im Ausland einen intuitiven, benutzerfreundlichen und umfassenden Wählerservice bieten", so Susan Dzieduszycka-Suinat, Vorstand und CEO der OVF. Die Wahlanwendungen der Stiftung wurden im Laufe der Zeit immer komplexer, die Mission hat sich jedoch nicht geändert: amerikanischen Wählern rund um den Globus die Teilnahme an den Präsidentschaftswahlen so leicht wie möglich zu machen.

2011 suchte die OVF nach Möglichkeiten, amerikanischen Staatsbürgern im In- und Ausland wie auch Militärangehörigen die Wahl zu erleichtern. Der Service der Stiftung sah ursprünglich vor, US-amerikanischen Staatsbürgern im Ausland über einen standardisierten föderalen Prozess die Wahlregistrierung und die Beantragung der Briefwahlunterlagen zu ermöglichen. Allerdings gibt es in den USA keinen föderalen Standard für die Beantragung von Briefwahlunterlagen, der auf alle Bundesstaaten gleichermaßen zutrifft, und die Staaten bevorzugen ihre eigenen Formulare für die Wahlregistrierung.

Die Bereitstellung besserer Services für die Wähler der einzelnen Bundesstaaten bedeutete, dass für die Wahlregistrierung und die Beantragung der Briefwahlunterlagen Formulare für die individuellen Anforderungen 50 verschiedener Staaten entwickelt werden mussten. Jeder Bundesstaat verwendet sein eigenes, staatsspezifisches Formular, weshalb eine entsprechend angepasste Fragensequenz programmiert werden musste. Darüber hinaus programmierte die OVF die staatsspezifische Formularausgabe sowohl für die Wahlregistrierung als auch für die Beantragung der Briefwahlunterlagen – also beides für jeweils 50 Bundesstaaten. Für dieses umfassendere Angebot an Wahlservices gründete die OVF eine neue Organisation, die US Vote Foundation (US Vote).

Schnell wurde klar, dass weitere Änderungen erforderlich waren. Die OVF wollte den Wählern auch mobile Apps bereitstellen, die Kosten reduzieren und mehr Flexibilität. Davon abgesehen erwarteten sie, dass die Präsidentschaftswahl 2012 mehr Benutzer auf ihre Website locken würde, denn jemals zuvor. "Zur Beherrschung der Datenverkehrsspitzen brauchten wir mehr Flexibilität", so Dzieduszycka-Suinat. "Dabei waren wir an ein teures System gebunden, das uns nicht die schnelle Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit bot, die wir benötigten. Höchste Zeit für eine neue Lösung."

Die OVF entschied sich für die Migration auf Amazon Web Services (AWS). Unterstützung holte sich die Organisation bei Bear Code, einem Beratungsunternehmen, das der OVF schlüsselfertige IT-Lösungen bereitstellte. Bear Code verwaltete bereits die bestehende Hosting-Lösung der OVF und hatte schon anderen Kunden erfolgreich beim Umstieg in die AWS-Cloud geholfen. "AWS hatte uns schon im Jahr zuvor ziemlich überzeugt", meint Michael Howe, Managing-Partner der Bear Code. "Durch AWS können unsere Kunden gegenüber herkömmlichen Hardware-Lösungen wesentlich agiler reagieren. Genau diese Flexibilität war es, weshalb wir der OVF AWS empfohlen."

OVF verzeichnete 2012 auf ihren 18 Wähler-Websites, die ein vollständiges Serviceangebot bereitstellten, mehr als eine Millionen Besucher – und das ohne jede Vorfälle. "Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Sites nicht einfach nur statischen Code bereitstellen", fügt Dzieduszycka-Suinat hinzu. "Dies sind interaktive Webanwendungen mit variablen Bereichen. Während der Zugriffsspitzen vom 1. September bis zum 15. November 2012 stiegen die Besuche um 20 Prozent gegenüber den Wahlen 2008. Die Seitenaufrufe stiegen um 50 Prozent. Das sehen wir als wirklichen Erfolg. "Im Vergleich zum Spitzenzeitraum 2010, als die Zwischenwahlen stattfanden, erlebte die OVF bei der Präsidentschaftswahl 2012 einen 200prozentigen Anstieg der Besucherzahlen", setzt sie fort. Das ist schon wirklich signifikant."

Die AWS-Cloud bot die Flexibilität, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit, die die OVF benötigte. "In puncto Kapazität konnten wir jederzeit und blitzschnell herauf oder herab skalieren", so Dzieduszycka-Suinat. "Gerade bei Wahlen sind die Datenverkehrsfluktuationen enorm. Bereits im Sommer beginnen die Zahlen zu steigen, die Spitze wird im Herbst erreicht und nach dem Wahltag im November laufen die Besuche allmählich aus. Die Dynamik der Benutzernachfrage und Kosten ist gewaltig."

Durch die Möglichkeit der On-Demand-Skalierung von Instances halten sich mit AWS die Kosten in Grenzen. Der Umstieg auf die AWS-Cloud erleichterte dem Team auch Betriebssystemupgrades und Systemänderungen, und zwar ohne die Verzögerungen, die mit herkömmlicher Hardware einhergehen. Zur Steigerung der Zuverlässigkeit verwendet das Team in verschiedenen Availability Zones Amazon Relational Database Service (Amazon RDS). Außerdem verwendet das Team, wie im nachfolgenden Architekturdiagramm gezeigt, Amazon Elastic Cloud Compute (Amazon EC2), Elastic Load Balancing und Amazon Simple Email Service (Amazon SES).


Overseas Vote Foundation Architecture Diagram

Abbildung 1: Overseas Vote Foundation – Architekturdiagramm

Das Entwicklungsteam von Bear Code entwickelte eine Staging-Umgebung als Spiegel der Produktionsumgebung – eine Aufgabe, die sich mit dem früheren Anbieter der OVF als schwierig erwiesen hätte. "Eine solche Funktionalität hätte OVF bei seinem bisherigen Anbieter das Doppelte gekostet", so Howe. "Vor AWS nutzten wir einen separaten Staging-Server, der nicht gehostet war. Mit Amazon EC2 ist es wesentlich einfacher, eine Maschine zu klonen, um eine weitere Produktionsmaschine oder einen Staging-Server einzurichten. Dabei ist eine Testumgebung so wichtig, um später keine bösen Überraschungen zu erleben."

"In dem Moment, als der Wechsel zu AWS vollbracht war, bemerkte ich sofort einen enormen Leistungsschub", berichtet Dzieduszycka-Suinat. "Bei unserer Art des Betriebs – derart zyklisch und mit Benutzern in der ganzen Welt – muss ich darauf vertrauen können, dass unsere Besucher aus unserem System wirklich fantastische Reaktionszeiten erhalten. Außerdem brauche ich die Zuversicht, dass wir sowohl die Kosten als auch die Ressourcen steuern können und uns jederzeit genau das zur Verfügung steht, was wir im jeweiligen Augenblick benötigen. Schließlich bin ich verantwortlich dafür, mit unseren Spendengeldern sorgsam umzugehen. Und das bedeutet, dass jeder Cent, den wir für Ressourcen ausgeben, die wir nicht benötigen, ein Cent zu viel ist." "Die Flexibilität, die wir durch die AWS-Cloud erreicht haben, ist ein Segen", setzt Howe dem hinzu. "Unser Team wurde durch einen neuen Entwickler verstärkt, der für die OVF mobile Apps entwickeln sollte. Mit AWS gelang es ihm in kürzester Zeit, einen neuen, von den Haupt-Websites getrennten Server einzurichten. Mit unserem bisherigen Anbieter wäre das in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen."

Der Wechsel zu AWS brachte aber noch weitaus mehr Vorteile mit sich. Die OVF genießt nun wesentlich mehr Services als bei ihrem früheren Anbieter. Hierzu gehört im Notfall auch das automatische Datenbankserver-Failover zu einem Server an einem anderen Standort. Die OVF kann ihren Kunden nun eine Site für mobile Services bieten und sie konnte zu sehr geringen Kosten auf allen Maschinen ein Betriebssystemupgrade installieren. Die Staging-Server der OVF sind nun exakte Spiegel der Produktionsserver – dadurch wurde das Testing noch zuverlässiger.

Die Verlagerung in die AWS-Cloud hat Dzieduszycka-Suinats Zuversicht bestärkt, dass das OVF-System auch Spitzenzugriffszeiten zuverlässig meistern würde. "Die Wahl 2012 war die erste große Wahl, bei der ich niemals in Sorge war, dass das System aufgrund des hohen Andrangs in die Knie gehen würde", meint sie. "Der Gedanke an einen Systemausfall kam mir nicht einmal in den Sinn. Nachdem wir uns für AWS entschieden haben, können wir nun einfach alles machen, was uns erforderlich erscheint. Statt uns irgendwie um den Anbieter herum manövrieren zu müssen, bewegt sich AWS einfach mit uns mit."

Weitere Informationen zur Verwendung von AWS für Kunden im öffentlichen Sektor finden Sie auf unserer Detailseite für den öffentlichen Sektor unter http://aws.amazon.com/government-education/.