Das Leistungsportfolio von AWS ist so breit, dass immer eine Lösung gefunden werden kann. Uns begeistert die Flexibilität, die Performance und die Transparenz, von AWS.
Alexander McWilliam Director Online Development

Die Berliner Philharmoniker, gegründet 1882 in Berlin, gelten als eines der besten Symphonieorchester der Welt. Seit 2002 ist Sir Simon Rattle Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und Leiter der Berliner Philharmonie. Die Berliner Philharmoniker betreiben ihre eigene Video-Plattform, die Digital Concert Hall, über die ihre Hörer Live-Konzerte und Mitschnitte von Konzerten in High Definition (HD) mit Bandbreiten bis zu 2.500 Kbit/s empfangen können. Die Aufzeichnungen können direkt unter www.digitalconcerthall.com, über internetfähige Fernsehgeräte oder mithilfe einer App für iPhone, iPad oder Windows 8 angesehen werden.

Als die Berliner Philharmoniker 2009 begannen, die Digital Concert Hall aufzubauen, war ihnen bewusst, wie schwierig dieses Unterfangen werden würde. "Wir bieten unseren Hörern in nahezu jedem Land der Welt lange, hochauflösende Videoaufzeichnungen mit klassischer Musik", sagt Alexander McWilliam, Director Online Development. "Das erlaubt keinerlei Unterbrechungen, nur weil das Video gerade irgendwo auf dem Übertragungsweg zwischengespeichert werden muss."

Die Berlin Phil Media GmbH, die Betreiber der Digital Concert Hall, versuchte zuerst klassische Content Delivery Network (CDN) Anbieter zu nutzen. Doch alle Anbieter hatten dasselbe Problem: Content wird erst vom Ursprungsserver angefragt und im CDN bereitgestellt, wenn der erste Benutzer darauf zugreift. Das führte bei den sehr langen HD Videos der Digital Concert Hall immer wieder zu Unterbrechungen, die den Hörgenuss massiv beeinträchtigten. Da die Digital Concert Hall über sehr viele Mitschnitte verfügt und die Hörer weltweilt verteilt sind, kommt es verhältnismäßig selten vor, dass ein Benutzer ein Video abruft, das schon im CDN bereitsteht.

Ein weiteres Problem waren Bandbreitenengpässe bei den Anbietern. Immer wenn ein Benutzer mit einer zu geringen Bandbreite durch Störungen beim CDN Anbieter konfrontiert war, blieb der Berlin Phil Media GmbH nichts anderes übrig, als die Störung beim CDN Anbieter zu melden und zu hoffen, dass dieser sie schnell beheben würde.

Die Berliner Philharmoniker beauftragten tecRacer, einen Advanced Consulting Partner im AWS Partner Network (APN) aus Hannover, um sie bei der Problemlösung zu unterstützen. "tecRacer hat sich in Deutschland einen Namen sowohl als AWS Lösungspartner als auch als Adobe Media Server Lösungspartner gemacht. Das war genau die Expertise, die wir benötigten" sagt McWilliam.

Die gesamte Bibliothek der Berliner Philharmoniker umfasst über 2 TB an Videodaten und wächst mit etwa 400 GB pro Jahr. Die Videodaten liegen auf Amazon S3 und werden von dort aus in die AWS Regionen Irland, Virginia, Tokyo, Oregon, Sao Paulo und Sydney verteilt.

Anstatt eines klassischen CDN betreiben die Berliner Philharmoniker in jeder der genannten AWS Regionen eigene EC2 Instanzen, welche die Videos an die User ausliefern. Die Auslieferung übernimmt dabei ein Adobe Media Server.

Der Adobe Media Server hat sehr hohe Ansprüche an die Performance des zugrunde liegenden Dateisystems, weshalb die gesamte Bibliothek auf EBS Volumes gespiegelt wird, welche direkt an den jeweiligen EC2-Instanzen hängen. Somit kann der Media Server seine Dateioperationen schnell ausführen.

Route53 übernimmt die Verteilung der User über die EC2 Instanzen in den verschiedenen AWS Regionen mittels Latency Based Routing. So ist sichergestellt, dass jeder User die für ihn am besten geeignete EC2 Instanz erreicht.

Die Implementierung der global verteilten Streaming-Infrastruktur dauerte weniger als einen Monat, inklusive der Eigenentwicklung eines URL Signing Mechanismus ähnlich dem, der in S3 verwendet wird.

Amazon EC2 bietet so hohe Durchsatzraten, dass es genügt je Region nur eine m1.xlarge oder sogar eine m1.large Instanz zu betreiben. Dieses Setup ist in der Lage, bis zu 200 gleichzeitige HD Videostreams auszuliefern.

Ein weiterer Vorteil ist: User, die Verbindungsprobleme haben, weil ihr Internet Service Provider sie über einen überlasteten Knoten zu ihrer nächstgelegenen AWS Region leitet, können problemlos auf andere Regionen umgeleitet werden. Anstatt auf die Problemlösung bei einem CDN Anbieter angewiesen zu sein, können Kunden in ihrem Profil den Autopilot abschalten und selbt eine andere AWS Region auswählen. Das ist ein "Game Changer" für die Berliner Philharmoniker, der so nicht mit einem klassischen CDN realisierbar ist.

AWS bietet hier die nötige Flexibilität, um völlig neue Lösungen für anspruchsvolle Problemstellungen zu konzipieren und sehr schnell umzusetzen.

"Das Leistungsportfolio von AWS ist so breit, dass immer eine Lösung gefunden werden kann. Uns begeistert die Flexibilität, die Performance und die Transparenz, von AWS " schwärmt Alexander McWilliam.

Aktuell betreiben die Berliner Philharmoniker ihre Websites und Backoffice-Applikationen noch in einem eigenen Rechenzentrum in Berlin. Es ist durchaus denkbar, auch die komplette Produktion der Videos zu AWS zu verlagern und weitere Services wie Amazon Elastic Transcoder zu nutzen.