Wir waren bei der Auswahl eines Cloud-Serviceanbieters, der uns beim Wachstum unseres globalen Geschäfts helfen konnte, sehr vorsichtig. Am wichtigsten war uns, dass der Serviceanbieter über die bessere Cloud-Technologie verfügte und weltweit ausgeklügelte, bewährte und einheitliche Dienste bieten konnte. AWS bietet all das und so können wir unsere globalen Geschäftsanwendungen der Unternehmensklasse besser ausführen und unsere digitale Transformation beschleunigen.

Andrew Tsui CTO von EF

EF ist weltweit für seine Englischkurse bekannt. Es ist ein Privatunternehmen, das sich auf Sprachunterricht, Bildungsreisen und Programme für Studienabschlüsse spezialisiert hat. Mit EF gelangte Englischunterricht in jede Ecke der Welt und das Unternehmen wächst dank seiner vollständig digitalisierten Supportplattformen, innovativen Lernsysteme, hochgradig integrierten und angepassten Lehrmaterialien, starker ausländischer Lehrerschaft (mit internationalen Zertifikaten oder Qualifizierungen), einer modernen Englischlernumgebung mit leicht erreichbaren Standorten sowie Lerngelegenheiten im Ausland rasch weiter. Im Jahr 2016 wurde EF offizieller Sprachtrainer der Olympiade in Rio.

Mit der Globalisierung wurde die Wichtigkeit einer Ausbildung in der englischen Sprache deutlich. Seit der Gründung in Lund, Schweden, im Jahr 1965 hat sich EF einen Namen in der Branche geschaffen, sein Geschäft in 116 Länder und Regionen ausgeweitet und beschäftigt 46.500 Mitarbeiter in Nord- und Südamerika, Europa sowie im chinesischsprachigen Raum. Um ein Unternehmen dieser Größe zu unterstützen, hat die IT-Abteilung von EF ein komplexes System aus Kerngeschäftsanwendungen entwickelt, das seit den ersten Jahren des Unternehmens verwendet wird. Dieses System umfasst zahlreiche Module für die Verwaltung der Kundenbeziehungen, für Schulbetrieb und -verwaltung, Ressourcen- und Planungsverwaltung, eine Business Intelligence-Plattform, Medienanwendungen, Vertriebsverwaltung und eine Verwaltung für digitale Inhalte usw. Diese wurden für das Management, die Außendienstvertriebsmitarbeiter, Lehrer und Akademien unterschiedlich gestaltet.

So robust dieses System auch war, durch das rasche Aufkommen von Internettechnologien und Onlinebildungsmöglichkeiten in den letzten Jahren, sah sich das IT-Team von EF wachsenden Herausforderungen bei der Pflege des internen IT-Systems und der schnellen Reaktion auf sich ändernde Anforderungen der Geschäftsteams und Studenten gegenüber. EF erkannte, dass es bei IT nicht mehr nur um die Pflege und den Support verschiedener interner und externer Infrastrukturen, Hardware und Software ging, sondern dass die IT-Abteilung und die Geschäftsabteilung enger zusammenarbeiten mussten, um die innovativen Stärken und Möglichkeiten digitaler Plattformen zu nutzen. Das Geschäftsteam und das IT-Team sollten beispielsweise gemeinsam eine breitere Palette mit Online-Lernprodukten und mobilen Anwendungen entwickeln, um die Lerneffizienz von Studenten zu verbessern.

EF hatte sich lange Zeit auf lokale, selbsterstellte und von der Hauptniederlassung aus gewartete und verwaltete Rechenzentren verlassen. Diese Rechenzentren waren in Ländern wie den USA, Großbritannien und China eingerichtet worden, um lokale und nahegelegene Mitarbeiter und Studenten zu unterstützen. Durch das schnell wachsende Geschäft und die Lernanforderungen wurden die inhärenten Grenzen einer derartigen lokalen Einrichtung immer deutlicher. Zum einen verfügten diese Rechenzentren vor Ort nicht über ausreichende Möglichkeiten zur Notfallwiederherstellung (ein Daten- oder Systemfehler konnte Kerndienste stören oder das Benutzererlebnis zunichtemachen), zum anderen war die On-Demand-Skalierbarkeit hinsichtlich der Berechnungsressourcen, Speicherkapazität und Netzwerkbandbreite begrenzt. Gleichzeitig nahm die Konkurrenz auf dem Markt für Ausbildung in der englischen Sprache durch Internet-Startups zu. EF war in diesem Augenblick klar, dass sie ihre digitale Transformation vorantreiben mussten, um entsprechend auf die Herausforderungen durch webbasierte Mitbewerber reagieren zu können. „Letztes Jahr ist die Anzahl der Studenten um 170 % gestiegen und unsere Unternehmensabteilungen wollten weitere Bildungsprodukte und -dienste einführen, die jeweils die Anforderungen für IT-Ressourcen gesteigert hätten“, sagt Tsui, CTO bei EF. „Doch diese Einführungen mussten häufig wegen der begrenzten IT-Ressourcen unserer Rechenzentren zurückgehalten werden und es dauerte oft mehr als drei Wochen, bis neue Dienste verfügbar waren. Obwohl das IT-Team gerne schneller auf sich verschiebende Geschäfts- und Marktanforderungen reagiert hätte, war es durch die Hardware eingeschränkt.“

“Wir befassen uns kontinuierlich mit den neuesten Technologien, um festzustellen, wie sie uns dabei helfen können, die Qualität unserer Services zu verbessern, die Reaktionszeit und Personalkosten bei Wartungsaufgaben zu verringern, den Bedarf an Rechnerressourcen genauer zu schätzen und schnellere Machbarkeitsnachweise sowie Entwicklungstests für aufkommende Geschäftstrends und neue Anwendungen durchzuführen“, meint Tsui, „Unserer IT-Abteilung soll den Mehrwert unserer Organisation durch digitale Ansätze steigern und Cloud-Plattformen eigenen sich sehr gut dafür. Mit der Cloud können wir unsere Kerngeschäfte wie Onlinekurse von unserer Hardware lösen und hochgradig skalierbar machen, um auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren. Damit erhalten unsere Studenten eine nahtlose Lernerfahrung und unser IT-Team kann sich statt auf geringe Wartung auf Geschäfts- und Unternehmensstrategien konzentrieren.“

Nach der strategischen Entscheidung von EF zur Migration von Rechenzentren vor Ort in die Cloud musste zunächst ein Cloud-Serviceanbieter ausgewählt werden, der mehrere Geschäftsregionen und weltweites Wachstum unterstützen konnte. „Wir mussten bei der Auswahl eines Cloud-Serviceanbieters, der globale Unternehmen am besten unterstützen konnte, vorsichtig vorgehen. Besonders wichtig für uns war, dass der Serviceanbieter über eine einheitliche internationale Plattform, eine überlegene Cloud-Technologie und die Möglichkeit zur Bereitstellung anspruchsvoller, bewährter Services verfügte“, sagt Tsui. Um eine Entscheidung zu treffen, verglich EF die etablierten Cloud-Serviceanbieter auf dem Markt, bewertete ihre Stabilität, Ausgereiftheit und technischen Support hinsichtlich der eigenen Serviceangebote, Anforderungen und Nutzungsszenarien in verschiedenen Ländern und Regionen. Durch diesen ausführlichen Bewertungsprozess, die tiefgehende Diskussion über technische und finanzielle Details sowie Machbarkeitstests entschied sich EF letztlich für Amazon Web Services. EF ist überzeugt, dass AWS seinen Bedürfnissen am besten entspricht, da das IT-Team von EF mithilfe der 44 Availability Zones von AWS in 16 geografischen Regionen in der ganzen Welt die Geschäftsanwendungen des Unternehmens mit höheren Verfügbarkeitsstufen aus der Cloud ausführen konnte. Noch wichtiger war, dass EF mit AWS ihr Ziel der serverlosen Datenverarbeitung erreichen konnte. Dank der qualitativ hochwertigen Cloud-Services von AWS kann EF auf Grundlage von Big Data, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen weiterhin innovative Produkte entwickeln, ohne für diese neuen Technologien in zusätzliche Hardware investieren zu müssen.

2016 begann EF mit der allmählichen Migration seiner Hauptgeschäftsanwendungen (Systeme für die Kundenbeziehungsverwaltung, den Schulbetrieb und seine Verwaltung sowie die Ressourcen- und Planungsverwaltung, eine Business Intelligence-Plattform, Medienanwendungen, Vertriebsverwaltung und eine Verwaltung für digitale Inhalte) von den Rechenzentren vor Ort auf die AWS Cloud-Plattform. Dank der einfachen Nutzbarkeit und Verwaltbarkeit von AWS konnte das IT-Team von EF die Cloud-Migration nach einer kurzen Schulung technisch durchführen und die IT-Umgebung des Unternehmens rasch auf AWS aufbauen. Das Team nutzte AWS CloudFormation für die Migration, um schnell und auf organisierte Weise Ressourcen in der Cloud zu erstellen. Die Architektur der Zielressourcen kann zudem nach Bedarf definiert und angepasst werden, falls dies während des Migrationsprozesses erforderlich ist. Es dauerte nicht lange, bis EF das erste Migrationsprojekt abschloss und das nordamerikanische Rechenzentrum erfolgreich auf die AWS-Regionen Singapur bzw. Tokio migriert hatte. In China migrierte EF alle zuvor im Rechenzentrum in Shanghai gehosteten Geschäftsanwendungen auf die von Sinnet betriebene AWS-Region Peking. EF erhoffte sich von dem überlegenen Netzwerk dieser wichtigen Städte das beste Ergebnis, sodass die geringe Latenz beim Zugriff auf die Hauptgeschäftsanwendungen Benutzern in der ganzen Welt zugutekam. Dank der Unterstützung der technischen Teams von AWS und dem AWS-Partnernetzwerk erreichte EF eine Verbindung zwischen seinen AWS-Regionen und den Netzwerken der Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC) über AWS Direct Connect und ermöglichte auf diese Weise eine effiziente Datensynchronisierung sowie eine Remote-Notfallwiederherstellung für die Daten der Hauptgeschäftsanwendungen. Abbildung 1 stellt die Architektur des EF-Systems dar.

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Abbildung 1: Architektur des EF-Systems auf AWS

Für EF hat die erfolgreiche Migration der ursprünglichen Hauptgeschäftsanwendungen zu AWS den Weg zu einer einfacheren und schnelleren digitalen Transformation ihres gesamten Bildungsgeschäfts geebnet. Mit der umfangreichen Auswahl der PaaS-Dienste von AWS, wie Amazon Relational Database Service (Amazon RDS), der mehrere Datenbank-Engines unterstützt, kann EF Produkte für internetbasierte Englischkurse entwickeln und optimieren und auf diese Weise ihre Vorlaufzeiten verringern. Außerdem kann EF mit diesen PaaS weitere interaktive Echtzeitbildungsanwendungen erstellen. So kann mit digitalen Medienlösungen von AWS die Software für die Englischkurse bereitgestellt werden, damit die Studenten live oder über Apps und Webbrowser On-demand-Zugriff darauf erhalten.

Das Entwicklungsteam von EF begann zudem mit der Implementierung einer serverlosen Anwendungsarchitektur mithilfe von AWS Lambda, mit der sich die Geschäftsplattform des Unternehmens von den traditionellen Servern lösen konnte. „Mit den AWS Cloud-Services können Dienste, deren Bereitstellung bisher zwei bis drei Wochen dauerte, in zwei bis drei Tagen eingeführt werden“, meint Tsui. „Die Loslösung von traditionellen auf Servern und virtuellen Maschinen basierenden Bereitstellungsmodellen verringerte unsere Wartungsarbeitslast und führte zu deutlichen Einsparungen bei Softwarelizenzen.“

Die Migration der Geschäftsplattform zu AWS hatte viele Vorteile für EF:

Erstens ist die zugrundeliegende IT-Architektur jetzt flexibler. Verglichen mit traditionellen Rechenzentren vor Ort ist für AWS deutlich weniger Zeitaufwand bei der Einrichtung einer Infrastruktur für die Geschäfts-IT erforderlich und Organisationen können ihre Ressourcen einfach und schnell skalieren, ohne durch Hardwarekonfigurationen eingeschränkt zu werden. „Wir können das Auto Scaling entsprechend unseren Geschäftsbedürfnissen in wenigen Minuten abschließen. Dadurch werden wir nicht nur im Geschäft agiler und können unseren Benutzern ein besseres Erlebnis bieten, wir können zudem die genaue Ressourcenmenge und Ausgaben berechnen und steuern und auf diese Weise unnötige Ausgaben verringern“, erläutert Tsui. „Nehmen wir unsere größte Auto Scaling-Gruppe als Beispiel: Wir benötigen 8 Instances, damit unser Geschäft während der zweistündigen Spitzenzeit läuft aber nur 2 Instances während ruhigen Zeiten. Diese Flexibilität hat unsere Serverkosten um mehr als 60 % verringert.“

Zweitens ist EF durch die Entwicklung systemeigener Cloud-Anwendungen auf AWS jetzt in der Lage, schneller auf den Markt zu reagieren und seine digitale Transformation zu beschleunigen. „In der Vergangenheit, haben wir Anwendungen gewöhnlich mit traditionellen Technologien erstellt. Doch jetzt können wir dasselbe erreichen und schneller ein neues Benutzererlebnis bieten, indem wir die breite Palette der AWS-Services und -Funktionen, wie Amazon DynamoDB, Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2), Amazon EC2 Container Service (Amazon ECS) und AWS Lambda, nutzen“, meint Tsui. „AWS hat unsere DevOps-Methoden optimiert und erweitert und die qualitativ hochwertigen Services sowie der Support haben uns bei der Verbesserung unserer Geschäftsflexibilität geholfen.“
Dank des kontinuierlichen Stroms aus Produktinnovationen und Cloud-Strategien von AWS nähert sich EF seinem Ziel einer serverlosen Architektur für alle seine Plattformen. „Wir hoffen, dass alle unsere zukünftigen Anwendungen auf einer serverlosen Architektur erstellt werden können und über AWS Lambda effizienter laufen. Mit einer lose gekoppelten Architektur wird unser Geschäft flexibler und agiler. Unsere Kostenrechnung und die ROI-Bewertung werden ebenfalls genauer“, sagt Tsui. „Ab jetzt konzentriert sich unser IT-Team auf Geschäftsinnovation und nachhaltiges Wachstum und überlässt den Backend-Spezialisten unserer Serviceanbieter die komplexen zugrundeliegenden Wartungsarbeiten. Zusammengefasst sind die AWS-Services jetzt mit unserer IT-Vision harmonisiert – das sind die Vorteile der Cloud-Technologien.“

Bei EF ist man der Meinung, dass sich das Bildungswesen in Richtung persönlicher Betreuung und individuellem Unterricht entwickelt. Einer großartigen Englischlernerfahrung für jeden Studenten verpflichtet, konzentriert sich EF auf Big Data und künstliche Intelligenz als wichtige Stützen seiner digitalen Transformation. Das Unternehmen baut mit dem NoSQL-Datenbankservice von DynamoDB und den Data Warehouses von Amazon Redshift eine eigene Big Data-Plattform auf, es führt Tiefenanalysen mit AWS Machine Learning durch und nutzt die innovativen KI-Technologien von AWS, um seinen Mitarbeitern und Studenten bessere Services sowie personalisierte Englischlernerfahrungen der nächsten Generation zu bieten, die eine bessere Lerneffizienz ermöglichen.

Weitere Informationen über die mögliche Unterstützung durch AWS beim Aufbau von serverlosen Anwendungen finden Sie auf unserer Detailseite zu serverloser Datenverarbeitung.