Als internationaler Energieversorger strukturiert ENGIE seine Aktivitäten in den drei Schlüsselbereichen Elektrizität, Erdgas und Energiedienstleistungen. Um die Herausforderungen der Energieversorgung von morgen zu meistern, versorgt ENGIE (auch als „the Group“, zu Deutsch „die Gruppe“, bekannt) mit 150 000 Mitarbeitern in über 70 Ländern weltweit seine Kunden ihrem Bedarf entsprechend mit hochtechnologischen Lösungen. ENGIE verpflichtet sich zu einem verantwortungsbewussten Unternehmenswachstum als Reaktion auf die zentralen Herausforderungen beim Übergang zu einer Wirtschaft mit niedrigem Kohlendioxidausstoß. Zu diesen Herausforderungen zählen auch die Gewährung von Zugang zu nachhaltig erzeugter Energie, die Bekämpfung und Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels und die verantwortungsbewusste Nutzung natürlicher Ressourcen.

Seit der Industriellen Revolution haben sich Energieunternehmen kontinuierlich weiterentwickelt als Reaktion auf neue Chancen, Herausforderungen und Fragen wie „Wie können wir von erneuerbaren Energiequellen profitieren und unseren Kunden Möglichkeiten zu nachhaltig erzeugter Energie anbieten?“. Viele Energieversorger möchten mit Technologie und Digitalisierung mehr Erkenntnisse aus der Energienutzung gewinnen und dadurch Kunden und Unternehmen weltweit mit kontinuierlich optimierten Möglichkeiten zu nachhaltig erzeugter Energie versorgen.

Als einer der global führenden Anbieter von effizienten Strom- und Energiedienstleistungen hat ENGIE es sich zum Ziel gemacht, nicht nur Energie von erneuerbaren, kohlenstoffarmen Ressourcen anzubieten, sondern auch mittels Technologie ein Innovationsführer in der Raumfahrt zu sein. „Sowohl bei den Versorgungs- und Energiedienstleistungen als auch in der Produktion, Distribution und im Vertrieb konzentrieren wir uns auf das große Ganze und bemühen uns um eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierungs-Energiewende.“, sagt Thierry Langer, Chief Information Officer in der Finanzabteilung bei ENGIE.

„Unser CEO, Isabelle Kocher hat eine neue Strategie für ENGIE mit Schwerpunkten auf Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung festgelegt. Mit dieser Transformationsstrategie ging eine viel stärkere Orientierung an Daten und der operativen Effizienz einher.“, erklärt Thierry Langer. „Das ist ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der Gruppe. Um in unseren Berechnungen und Leistungsmessungen präziser sein zu können, müssen wir bessere und konsistentere Tools und Funktionen für alle Geschäftsbereiche erstellen.“

Das Messen der Unternehmensleistung wurde für die Finanzabteilung, besonders mit Blick auf die unterschiedlichen Versorgungskosten, zur obersten Priorität und Herausforderung.

Um diese Probleme anzugehen, hat ENGIE das Common Finance Program (CFP) ins Leben gerufen, das unterschiedliche ERP-Systeme (Enterprise Resource Planing) in sich vereint, die von diversen Unternehmen weltweit innerhalb der Gruppe verwendet werden. Das Unternehmen hat ein zentralisiertes Finanzsystem und geschäftliche Rahmenbedingungen geschaffen, um Prozesse zu vereinfachen und gleichzeitig eine Konsistenz in der Gruppe zu gewährleisten. „Für die Finanzabteilung sind Möglichkeiten zur konsistenten Ermittlung der Kosten und Leistung in allen Abteilungen unabdingbar.“, sagt Thierry Langer. „Wir haben jedoch ein vielfältiges Portfolio und jedes Unternehmen kalkuliert Kosten auf seine Art. Daher kann es schwierig sein, Daten von zwei Unternehmen auf einer Gruppenebene genau zu messen und zu vergleichen.“

Durch die Entwicklung einer neuen Lösung, die sich in lokale ERP-Systeme integrieren lässt und lokalisierte Daten gleichzeitig in standardisierte, zentrale geschäftliche Rahmenbedingungen umwandelt, wollte ENGIE sowohl lokalen als auch zentralen Benutzern präzisere Datenmessungen und -analysen bieten können.

„Wir wollten unsere Finanzprozesse durch das CFP umstrukturieren und wir sind davon ausgegangen, dass wir mit SAP – insbesondere mit SAP HANA – über die Tools verfügen, die diese Transformation ermöglichen.“, erklärt Thierry Langer.

Aufgrund der führenden Rolle von SAP auf dem ERP-Markt und der großflächigen Einführung durch Unternehmen weltweit hat ENGIE sich für den umfassenden Einsatz von SAP-Tools in der Gruppe entschieden. Für das Finanzteam war SAP eine wichtige Komponente zur erfolgreichen Umstrukturierung der Prozesse und zur Umsetzung des CFP-Ziels. Das Finanzteam hat sich zunächst für die lokale Ausführung der SAP Business Suite auf der HANA-Implementierung entschieden. Allerdings kam das Team bei der Evaluierung der langfristigen Herangehensweise und Ziele, zu denen ein Upgrade auf SAP S/4HANA zählte, zu einer Neubewertung der Hosting-Situation.

„Zwei der wichtigsten Faktoren für das CFP waren Zeit und Skalierbarkeit, als wir die Entwicklung unseres Systems evaluiert haben und ein Upgrade unserer SAP-Bereitstellung auf S/4HANA durchgeführt haben.“, erläutert Thierry Langer. „Wir mussten unsere Plattform aktualisieren und gleichzeitig eine neue Analyselösung sowie ein neues Geschäftsmodell entwickeln. Darüber hinaus musste für die Entwicklung jedes lokale ERP-System mit S/4HANA verbunden werden. In diesem kurzen Entwicklungszeitrahmen mussten wir erhebliche Skalierungen vornehmen, wodurch AWS für uns zu einer überzeugenden Option wurde.“

ENGIE hat in der Vergangenheit bereits mit AWS im Rahmen einer größeren digitalen Unternehmenstransformation zusammengearbeitet. Das Finanzteam hatte das Gefühl, dass AWS aufgrund der Erfahrung des Unternehmens und der bewährten technischen Möglichkeiten von AWS für die Ausführung von SAP-Workloads im großen Maßstab ein ausgezeichneter Partner für das Hosting der Entwicklungsumgebung für das CFP sein würde.

Thierry Langer und sein Team arbeiteten mit AWS Professional Services zusammen und begannen mit der Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsnachweisstudie zur Migration der Entwicklungsumgebung des CFP in AWS.

„48 Stunden nachdem das Team eine umfassende Demonstration dazu vorgeführt hatte, was in AWS möglich ist, entschieden wir uns für die Migration unserer nicht produktiven Umgebung in AWS. Nach diesem Schritt entschieden wir uns auch für die Migration unserer gesamten Plattform und Produktionsumgebung.“, sagt Thierry Langer. „Ich habe den Unterschied zwischen der lokalen Ausführung von SAP und der auf AWS gesehen und es war überhaupt keine Frage, ob es für uns von Vorteil wäre, zu AWS zu migrieren.“

Von der ursprünglichen Entscheidungsfindung bis zum Go-Live-Datum hat das Projekt ungefähr sechs Monate in Anspruch genommen. Dieser ehrgeizige Zeitrahmen war viel kürzer als von Thierry Langer erwartet oder aus der Erfahrung mit anderen Projekten eines ähnlichen Maßstabs heraus eingeschätzt. (Diese hatten zwischen neun und 12 Monate in Anspruch genommen.) „Ich war ziemlich beeindruckt vom Zeitrahmen für die Bereitstellung einer komplett neuen und komplexen SAP-Plattform.“, sagt Thierry Langer. „Die Einführung erfolgte reibungslos. Ich begann mich zu fragen, ob das Go-Live wirklich stattgefunden hatte. Bei einem derartigen Upgrade war es für uns zur Normalität geworden, Fehler und Schwierigkeiten zu erwarten. Mit AWS war das anders. Ich war angenehm überrascht.“

Das Finanzteam von ENGIE hat bei jedem Schritt der Beteiligung von AWS eng mit AWS Professional Services zusammengearbeitet und das AWS Enterprise Support-Team als hilfreich befunden. „Wir haben ausgezeichnete Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit AWS Professional Services und AWS Enterprise Support gemacht.“, sagt Thierry Langer. „AWS Professional Services war entscheidend für das Projekt und hat dabei geholfen, die Fachkenntnisse auf unser internes Team zu übertragen. So können wir daran arbeiten, bei der Ausführung der Plattform vollständig autonom zu werden.“

Das Herzstück der SAP-Bereitstellung von ENGIE auf AWS ist die Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) X1e-Instance. Sie ist auf die Ausführung von Hochleistungsdatenbanken und In-Memory-Workloads wie SAP HANA ausgelegt. X1e-Instances werden von vier Intel Xeon E7 8880 v3-Prozessoren mit bis zu 128 vCPUs und 3.904 GiB DRAM-Arbeitsspeicher betrieben.

Engie diagram

AWS-Bereitstellung der ENGIE Common Finance Group – Architekturdiagramm

Das AWS Professional Services-Team hat mit ENGIE zusammengearbeitet, um einen Großteil der SAP-Umgebung, einschließlich der SAP-Datenbank, mithilfe von AWS CloudFormation zu automatisieren. Derzeit führt ENGIE verschiedene SAP-Lösungen auf AWS aus, darunter SAP S/4HANA, die SAP S/4HANA-Lösung für zentrale Finanzen, SAP Fiori User Experience (UX), SAP Adobe Document Services (ADS) und SAP Content Server.

Für das Finanzteam von ENGIE war es zur Förderung neuer Geschäftsergebnisse und -möglichkeiten sehr vorteilhaft, dass die erwartete Bereitstellung der neuen geschäftlichen Rahmenbedingungen doppelt so schnell abgewickelt werden konnte und dass gleichzeitig ein Upgrade der SAP-Plattform auf SAP S/4HANA durchgeführt werden konnte.

„Wir entschieden uns für eine Migration unserer SAP-Installationen in AWS und für eine gleichzeitige Entwicklung neuer geschäftlicher Rahmenbedingungen sowie eines Analysesystems, das sich für uns als ausgezeichnetes Instrument bewährt hat.“, sagt Thierry Langer. „Wir konnten den Speicherplatzbedarf unserer Datenbank erheblich senken. Unsere SAP-Datenbank belegte lokal den Speicherplatz von 4 TB auf der primären Datenbank und 4 TB auf der sekundären Datenbank. Durch die Migration zu AWS haben wir die Größe unserer Datenbank angepasst. Wir haben die Größe der primären Datenbank von 4 TB auf 2 TB reduziert und die der sekundären Datenbank von 4 TB auf ca. 200 GB.“ ENGIE hat nicht nur Kosten durch die Reduzierung des Speicherplatzes der HANA-Datenbanken gespart, sondern auch, indem die Beschaffung lokaler Hardware auf fortlaufender Basis vermieden werden konnte.

„Wir haben die Datentransparenz für unsere Unternehmensorganisationen mit kontinuierlicher Finanzberichterstattung erhöht.“, sagt Thierry Langer. „Mit der Ausführung von SAP S/4HANA on AWS konnten wir auch die Reaktionszeit für neue Benutzer von 3 Tagen auf einen Tag erheblich reduzieren.“

ENGIE arbeitet weiterhin mit AWS an der Optimierung der Umgebung und an der Einführung von Innovationen für die Plattform. Beispielsweise arbeitet das AWS Professional Services-Team derzeit mit ENGIE zusammen an der Entwicklung einer benutzerdefinierten Auto Scaling-Lösung für die SAP-Anwendung mithilfe von AWS Lambda, Amazon Athena und Amazon DynamoDB.

„Derzeit ist unser Team das einzige bei ENGIE, das S/4HANA ausführt. Als erster Anwendungsfall im Unternehmen für die Ausführung von S/4HANA on AWS haben wir gezeigt, was möglich ist.“, sagt Thierry Langer. „Wir konzentrieren uns weiter auf die Digitalisierung und den Gewinn von mehr Erkenntnissen aus Daten und haben das Gefühl, dass die Ausführung von S/4HANA on AWS ein großer Vorteil ist.“

Weitere Informationen zur Ausführung von SAP S/4HANA on AWS